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Chimärismusanalytik

Die allogene Transplantation hämatopoetischer Stammzellen nach Chemo- und/oder strahlentherapeutischer Konditionierung ist eine Behandlungsmethode, die bei der Therapie von malignen und nichtmalignen Erkrankungen in der Hämatologie Anwendung findet und die in den meisten Fällen Heilung der Patienten zum Ziel hat. Der Patient wird nach der Übertragung der Stammzellen ein „chimäres“ Wesen. Die qualitative und quantitative Untersuchung der donor- und rezipientenspezifischen Zellen wird als Chimärismusanalyse bezeichnet. Chimärismusuntersuchungen sind deshalb zur Identifizierung und Prognose einer erfolgreichen Stammzelltransplantation von großer Bedeutung.

Die Identifizierung oder Diskriminierung der Spender und Empfängerzellen anhand ihres genetischen Aufbaus ist das zugrundeliegende Prinzip der Chimärismusanalyse.

In den letzten Jahren wurden verschiedene Methoden wie Erythrozytenphänotypisierung, RFLP(Restriktionsfragmentlängenpolymorphismus) und FISH (Fluoreszenz in situ Hybridisation) sowie die quantitative real-time PCR zur Chimärismusanalyse etabliert. Die Bestimmung des Genotyps mittels der STR-PCR mit fluoreszenzmarkierten Sonden und anschließender Auftrennung durch Fragmentanalyse wird als erfolgreichste und stabilste Methode zur Detektion des Chimärismus angesehen.

Labor Berlin verwendet ein aus der forensischen Medizin zur Identifizierung des genetischen Fingerabdrucks bekanntes STR-Primersystem bestehend aus 16 Markern für die quantitative und qualitative Chimärismusdiagnostik nach allogener Stammzelltransplantation. Die Empfindlichkeit der Methode liegt bei 10E-2. Neben dem gesamten genetischen Material von Knochenmark- oder Blut kann auch DNA aus einzelnen, mittels magnetischen Beads selektionierten Zellfraktionen gewonnen werden: CD34+, CD19+, CD3+, CD4+ und andere. 

Die Untersuchungen erfolgen nach Anforderung an jedem gewünschten Tag nach allogener Stammzelltransplantation, regelhafter Weise an den Tagen +28, +56, +100, +180  und + 360, danach jährlich. Natürlich sollte bei schwierigem klinischen Verlauf, schwacher Transplantatfunktion, während und nach einer GvHD, also immer, wenn der Verdacht auf eine Änderung des Chimärismus besteht, dieser bestimmt werden, da je nach klinischer Situation und sich änderndem Chimärismus unterschiedliche Therapieentscheidungen getroffen werden.

Labor Berlin bearbeitet alle anfallenden Proben schnell und hoch qualitativ. Durchschnittlich dauert ein Probendurchlauf 48h. Da pro Ansatz parallel mehrere Proben bearbeitet werden, kann sich die Bearbeitungszeit bei geringem Probenanfall verlängern.  Gegenwärtig analysiert Labor Berlin Proben für Patienten, die in der Charité transplantiert wurden, aber auch von Patienten weiterer umgebender Transplantationszentren.

Wenn Sie eine entsprechende Anfrage stellen möchten , senden Sie bitte mindestens 2ml EDTA Blut an Labor Berlin. Bei erstmaliger Zusendung wir Spender– und Patientenmaterial von einem Zeitpunkt vor der Transplantation benötigt. Falls ein Chimärismus in unterschiedlichen Zellfraktionen nachgewiesen soll, muss entsprechend mehr Material zugesandt werden.

Chimärismusanalyse mittels PCR und Fragmentanalyse
 


1. Linie – Patient vor der Transplantation; 2. Linie – Spender; 3. Linie – kompletter Spender-Chimärismus; 4. Linie – gemischter Chimärismus mit 50% Spenderzellen.