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Hämostaseologie > Thrombozytenaggregation (nach Born)

Thrombozytenaggregation (nach Born)

Synonym
Born - Test, Plättchenaggregationstest
Material
Citrat-Blut
Methode
Light transmission aggregometrie
Einheit
%
Referenzbereich

siehe Anforderungsprofil bzw. Befund

Akkreditiert
Ja

Allgemeines

Der Plättchenaggregationstest wird je nach Indikation mit unterschiedlichen Induktoren, also aggregationsfördernden Substanzen (Kollagen, ADP, Epinephrin, Arachidonsäure, Ristocetin) durchgeführt, um verschiedene Funktionsstörungen der Thrombozyten zu erfassen.
Angeborene Funktionsstörungen sind extrem selten. Dagegen sind erworbene Funktionstörungen bei verschiedenen Erkrankungen (Nieren- und Leberfunktionsstörungen) und Medikamenteneinnahme (klassisch: Acetylsalicylsäure) häufig.

Literatur: M. Barthels. Das Gerinnungskompendium. Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York. 2. Auflage 2013, S.734 ff

Indikation

angeborene  (und erworbene) Plättchenfunktionsstörungen (für Fragestellung ASS-/Clopidogrel-Wirksamkeit Vollblutaggregation anfordern!)

Präanalytik

Abnahmebedingungen: Die Blutentnahme soll mit einer möglichst weitlumigen Kanüle erfolgen, für Erwachsene mindestens 21 G, entspricht 0,8 mm oder 20 G entspricht 0,9mm. (Diese Kanülen sind bei dem derzeit in der Charite und bei Vivantes verwendeten System grün bzw. gelb). Für Kinder können 23 G, entsprechend 0,6 mm-Kanülen verwendet werden. Die Stauung der Vene darf 1 Minute nicht überschreiten, nach Punktion der Vene soll die Stauung gelöst werden.
Das Mischungsverhältnis von 1 Teil Citrat zu 9 Teilen Blut muss korrekt eingehalten werden, deshalb Citratröhrchen immer bis zur Markierung füllen. Das  Entnahmeröhrchen muss sofort nach dem Abziehen von der Kanüle/dem Butterfly  vorsichtig durch 4-5-maliges Überkopfschwenken gemischt werden, dabei ist Schaumbildung zu vermeiden.
Das Gerinnungsröhrchen soll nicht zuerst abgenommen werden, idealerweise nach einem  Serumröhrchen ohne Zusatz. Vor allem bei Verwendung von Schlauchsystemen immer ein anderes Röhrchen vorher füllen (Volumen im Schlauch fehlt sonst im Citratröhrchen und kann zu einem falschen Mischungsverhältnis führen). 
Transport / Lagerung: Proben bei Zimmertemperatur umgehend in das Labor transportieren (innerhalb von 2 Stunden muss die Bearbeitung abgeschlossen sein).
Störfaktoren: Mikrogerinnsel durch Gerinnungsaktivierung bei traumatischer Blutentnahme (Freisetzung von Gewebsthromboplastin) oder unzureichendes Mischen. Fibrinolyseaktivierung durch zu langes Stauen. Bei Abnahme aus i.v.-Zugängen kommt es zu Verunreinigungen durch Blocken/Spülen mit Heparin oder Infusionslösungen. Deshalb mindestens 10 ml Blut verwerfen.

Lagerstabilität: Proben dürfen nicht gelagert werden

Bewertung

Zur Bewertung wird meist die Maximalamplitude herangezogen. Weitere Parameter sind die Geschwindigkeit der Aggregatbildung und der Kurvenanstieg.
Bei unterschiedlichen Thrombozytenfunktionsstörungen ist die Maximalamplitude der Aggregationskurve mit verschiedenen Induktoren vermindert.

Durchführung

bei Bedarf, nur nach tel.  Anfrage/Anmeldung

Das Plättchenaggregationsphotometer misst die Thrombozytenaggregation in plättchenreichem Plasma (PRP) nach BORN. Die Thrombozyten aggregieren nach Zusetzen des Induktors zu PRP unter Rühren. Die initiale  Transmisssion des Lichtes wird für PRP auf 0 %, die des plättchenarmen Plasmas (PAP) auf 100 % gesetzt. Durch die Aggregation der Thrombozyten ändert sich die optische Dichte des PRP. Diese Änderung wird kontinuierlich graphisch in Kurvenform erfasst.