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Leistungsverzeichnis

Geschäftszeiten, Telefonnummern

Reguläre Dienstzeiten (030-4050 26 352/-353)
Montag bis Freitag 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Befundauskunft / Diagnostische Beratung 8.30 Uhr bis 19.00 Uhr  030-4050 26  500/800
Laborannahme 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr  
Fax 030-405 026-650

Rufbereitschaft (0151-42 23 04 47)
nachts (19.00-8.00) und samstags / sonntags / feiertags ganztägig
Rufbereitschaft 0151-42 23 04 47

Es kann vorkommen, dass ein Anruf in der Rufbereitschaft nicht sofort entgegengenommen werden kann. Bitte hinterlassen Sie in diesem Fall eine Nachricht. Wir rufen Sie umgehend zurück.

Notfalldiagnostik

Bitte die geforderte Untersuchung vorher sowohl während der regulären Dienstzeit als auch während der Rufbereitschaft telefonisch ankündigen.
Die Notfallproben per Taxi / Bote direkt an Labor Berlin Sylter Str.2, Zentrale Annahme schicken. Alle Proben für die Notfalldiagnostik müssen deutlich mit "CITO" gekennzeichnet sein.

Serologische Teste für die unten angegebenen Parameter werden in der klin. Chemie bearbeitet:

PCR
HBs Antigen
HSV-DNA
Anti-HBs Antikörper (quantitativ)
VZV-DNA
Anti-HAV IgM
CMV-DNA
HIV1/2 Combitest (AK + p24 Ag)
Hepatitis-B-Virus-DNA (qual.)
Hepatitis-C-Virus-RNA (qual.)
HIV-RNA (qual.)

An arbeitsfreien Tagen, jedoch nicht nachts; bei ausgewählten Fragestellungen:

EBV-DNA (bei V.a. Lymphom, PTLD)
AdV-DNA (bei V.a. disseminierte Inf.)

Anforderungsscheine

Das Untersuchungsmaterial ist mit einem Patientenetikett zu kennzeichnen.

Auf dem Anforderungsschein müssen folgende Informationen angegeben sein:

  • Name und Geburtstag des Patienten
    (Patientenetikett mit barcodelesbarer Fallnummer, Name und Geburtstag)
  • Einsender (Einsenderetikett) mit Telefonnummer, Kostenträger
  • Datum und Uhrzeit der Entnahme der Probe
  • Art des Untersuchungsmaterials (ankreuzen)
  • Angeforderte Untersuchungen (ankreuzen)
  • Alle Notfalluntersuchungen sollten deutlich mit CITO gekennzeichnet werden
  • Für den Patienten wesentliche klinische Angaben sind zur Interpretation erforderlich.
  • Nachträglich sind weitere Anforderungen möglich über 030-405026 500/800 (je nach Probenmenge und Untersuchung bis maximal 1 Jahr nach Einsendung)
  • Die Untersuchung von post mortem Blut kann zu falsch positiven oder falsch negativen Ergebnisse führen. Die entsprechenden Befunde werden nur unter Vorbehalt erstellt. Bei sämtlichen IgG-Werten muss berücksichtigt werden, dass ggf. verabreichte Immunglobuline oder Blutkonserven Einfluss auf den IgG-Wert haben können. Insofern teilen Sie entsprechende Informationen auf dem Einsendeschein mit.

Anforderungsscheine erhalten Sie durch Ausdruck von unserer Homepage.

Für sehr seltene Untersuchungen, die nicht in unserem Labor durchgeführt werden, leiten wir das Material nach Rücksprache weiter (Ausnahme: Viren der Risikogruppe 4, siehe entsprechendes Kapitel). 

Für virologische Untersuchungen im Rahmen von klinischen Studien ist eine vorherige Absprache notwendig:

Telefon Molekulardiagnostik: (030) 40 50 26-405
Telefon Infektionsserologie:  (030) 40 50 26-421

Befundbericht

Mit unserem Befundbericht erhalten Sie neben einer Interpretation der Ergebnisse auch Informationen zu Nachweisgrenzen bzw. linearen Bereichen der Verfahren (z. B. PCR) sowie Hinweise zur Meldepflicht.

Erläuterungen zu einigen Dingen, die wir nicht mehr auf jeden Befund vermerken können:

  • Die Nachweisgrenze gibt die 95%ige Wahrscheinlichkeit an, mit der eine Viruslast ermittelt wird. Bei jeder PCR können Genomäquivalente unterhalb der Nachweisgrenze u.U. nicht detektiert werden.
  • Bei allen serologischen Testen versteht sich, dass die Gabe von Immunglobulinen oder Bluttransfusionen die Höhe der IgG-Spiegel beeinflussen können. IgA und IgM-Spiegel sind weitestgehend unberührt.
  • Referenzbereiche wie sie von anderen Laborparametern bekannt sind, können vielfach nicht angegeben werden. Laut Definition stellt ein Referenzbereich den Bereich dar, in den 95% aller Messwerte der gesunden Population im Untersuchungsgebiet fallen. Somit kann man von folgenden Tatsachen ausgehen: bei >95% aller Personen sollten IgM-Antikörper und auch der Nukleinsäuretest negativ sein. IgG-Referenzbereiche hängen maßgeblich von der Seroprävalenz im Untersuchungsgebiet ab (die für die meisten Parameter nicht durch aktuelle Studien belegt ist) und ist darüber hinaus auch altersabhängig. Deswegen verzichten wir derzeit auf Angaben von Referenzbereichen bei allen IgG-Testen, werden aber ungewöhnliche Titer oder Konstellationen durch einen entsprechenden Befundtext mitteilen. Zu diesem Thema beschäftigt sich die Diagnostikkommission der Gesellschaft für Virologie mit dem Sektorkommittee der DAkkS.

Hinweise zum Probenversand

Die Effizienz der virologischen Labordiagnostik wird entscheidend durch Materialgewinnung und-transport bestimmt.

Das Untersuchungsmaterial ist mit einem Patientenetikett (Name und Geburtsdatum) zu kennzeichnen.

Material

Hinweis

Transportzeit/-temperatur
für Anforderungen von

Antikörper-tests

Virusdirekt-
nachweisen

Abstrich

bei Vesikeln: zellreiches Material vom Bläschengrund mit sterilem Tupfer in 0,5-1 ml isotoner, steriler NaCl-Lösung, kein Stichagar verwenden!

 

6 h / optimal bei 4°C

Biopsie (Gewebe)

auf Trockeneis oder in isotoner, steriler NaCl-Lösung

 

sofort zum Labor immer gekühlt
4 °C oder –80 °C;
nicht –20 °C

Bronchiallavage Respiratorische Sekrete

in sterilem Gefäß (Rachenspülwasser: mit steriler, isotoner NaCl-Lösung gurgeln lassen)

 

6 h / optimal bei 4°C

Knochenmark

EDTA-Röhrchen

 

6 h / optimal bei 4°C

Liquor

³ 1 ml in sterilem Gefäß

24 h Raumtemp.

6 h / optimal bei 4°C

Serum

10 ml Vacutainer bzw. Monovette

24 h Raumtemp.

6 h / optimal bei 4°C

Plasma

7 ml EDTA- oder Citrat-Vacutainer bzw. –Monovette
kein Heparinblut (hemmt die PCR)

 

6 h / optimal bei 4°C

Leukozyten

4 ml EDTA- oder Citrat-Vacutainer bzw. –Monovette
kein Heparinblut (hemmt die PCR)

 

6 h / optimal bei 4°C

Stuhl

erbsengroßes Stück oder 1-2 ml

 

24 h / optimal bei 4°C

Urin

mindestens 1 ml in sterilem Gefäß

 

6 h / optimal bei 4°C

Fruchtwasser

mindestens 2 ml in sterilem Gefäß

 

6 h / optimal bei 4°C

 

Bitte beachten:
Für Antigennachweise, Viruslastbestimmungen mittels NAT oder Virusanzucht sollte nach Möglichkeit eine Transportdauer von 6 Stunden nicht überschritten werden.

Differentialdiagnostische Orientierungshilfe

(nur in Europa vorkommende Viren; nur häufige Erreger aufgeführt)

 

Erkrankung / Symptome

 

Respirationstrakt

 

Pharyngitis/Laryngitis/

Coronaviren

Tracheitis/Bronchitis

Adenoviren (C1, 2, 5; B3, 7, 14, 21; E4)

 

Enteroviren

 

Influenzaviren

Humanes Metapneumovirus

 

Parainfluenzaviren 1-3

 

Masernvirus

 

Rhinoviren

RSV

HPV

Pneumonie

Influenzaviren A>B

 

Adenoviren (C1, 2, 5; B3, 7, 14, 21; E4)

 

RSV

 

Masernvirus (Riesenzellpneumonie)

 

Metapneumovirus

 

HSV (Immunsupprimierte)

 

CMV (Immunsupprimierte)

 

VZV (Säuglinge, Immunsupprimierte)

Rhinoviren (Immunsupprimierte)

BK-Virus (Immunsupprimierte)

Pleurodynie

Enteroviren

Auge

Konjunktivitis, Retinitis, Keratitis

Adenoviren (Konjunktivitis: B3, 7; D8, 11, 19, 37; E4)

CMV (Retinitis, Uveitis anterior, Iridozyklitis)

HSV-1,2 (Uveitis anterior, Iridozyklitis, Keratitis)

VZV (Uveitis anterior, Iridozyklitis, Konjunktivitis)

Enteroviren (hämorrhag. Konjunktivitis)

Masernvirus

(Mumpsvirus, Influenzaviren, Parainfluenzaviren, Rötelnvirus, EBV, Molluscum contagiosum)

Papillome: HPV (Dysplasie, Karzinom)

Glaukom, Katarakt

Katarakt, Optikusatrophie

Rötelnvirus (auch beidseitig)

CMV, VZV

Bewegungsapparat

Arthralgie/Arthritis/

Parvovirus B19

Myalgie/Myositis

Rötelnvirus

Mumpsvirus

VZV

HBV, HCV (Arthralgie/Arthritis)

HAV (Myalgie/Myositis)

HIV

Hantaviren

Enteroviren

Influenzaviren

Blutbildveränderungen

Anämie

Parvovirus B19 (aplastische Anämie)

EBV

HHV6

CMV

Leukopenie

Masernvirus

Enteroviren (Lymphopenie)

CMV

HIV

Thrombozytopenie

CMV (Immunsupprimierte, konnatal)

Parvovirus B19

Hantaviren

Panzytopenie

CMV (Immunsupprimierte)

EBV

Parvovirus B19 (transiente aplastische Krise)

HHV6 (hämophagozytisches Syndrom)

Gastrointestinaltrakt

Gingivostomatitis

HSV-1 (-2)

Enteroviren

Parotitis

Mumpsvirus

EBV

Enteroviren

Ösophagitis

CMV (Immunsupprimierte)

HSV-2,1 (Immunsupprimierte)

Papillome: HPV

Gastritis

Adenoviren A31 (Immunsupprimierte, Kinder)

CMV (Immunsupprimierte)

Enteritis/Diarrhoe

Rotaviren (Kinder)

Adenoviren (F40, 41; C1, 2, 5, 6; A31)

Noroviren

Astroviren

Enteroviren

Coronaviren

CMV (Immunsupprimierte)

Kolitis / Proktitis / Schleimhautulzera

CMV (Immunsupprimierte)

HSV-2/(1) (Immunsupprimierte)

Hepatitis / Hepatomegalie /

Hepatitis Viren A, E (akute Hepatitis)

teilw. Ikterus

Hepatitis Viren B, D, C (akute o. chronische Hepatitis)

CMV

EBV

VZV

Mumpsvirus

HSV-2,1 (konnatal)

Parvovirus B19

HHV-6

Adenoviren (Immunsupprimierte)

Leberzirrhose/Karzinom

Hepatitis Viren B, C, D

Pankreatitis /

Mumpsvirus (Diabetes mellitus Typ 1)

Diabetes mellitus Typ 1
(außer CMV)

CMV

Enteroviren (Diabetes mellitus Typ 1)

Röteln (konnatal, Diabetes mellitus Typ 1)

Geschlechtsorgane

Prostatitis

HSV-2, -1

Condylomata accuminata / Dysplasie / Karzinome

Molluscum contagiosum Virus

HPV

Orchitis / Adnexitis

Mumpsvirus

vesikuläre Erkrankung

HSV-2, -1

VZV (gelegentlich)

Molluscum contagiosum Virus

sexuelle Übertragung

HSV-2, -1

HBV

HIV

HPV

Molluscum contagiosum Virus

CMV

HCV

Adenoviren (D19, 37)

Haut/Schleimhaut

Exantheme / Enantheme

Parvovirus B19 (Erythema infectiosum)

Enteroviren

Rötelnvirus

Masernvirus (Roseolen, Koplik-Flecken)

HHV 6, 7 (Exanthema subitum)

HIV

Molluscum contagiosum Virus

Vesikel

VZV

HSV-1,2

Enteroviren (Hand-Fuß-Mund-Krankheit, Herpangina)

Pocken

Papillome

HPV

Kaposi-Sarkom

HHV8

Herz und Gefäße

Myokarditis, Perikarditis, Rhythmus­störungen

Enteroviren

Influenza-A-Viren

Mumpsvirus

Parvovirus B19

EBV, CMV

Adenoviren

FSME

Vaskulitis

HBV

HCV

Parvovirus B19

VZV

Niere/ableitende Harnwege

Nephritis/Nephropathie

Adenoviren (B11, 21 insbesondere nach NTx)

CMV (insbesondere nach NTx)

BK-Virus (selten JCV); nach NTx)

Hantaviren

Hepatitis C Virus

Hepatitis B Virus (Glomerulonephritiden)

Zystitis

Adenoviren (B11, 21)

CMV

BKV (selten JCV) (Immunsupprimierte)

Infektionen bei immunsupprimierten Patienten (insbesondere nach Transplantation)

Generalisierte und/oder  lokale Infektionen

CMV (Pneumonie, Hepatitis, Blutbildveränderungen)

EBV (PTLD, Blutbildveränderungen, Hepatitis)

HHV6 (Blutbildveränderungen, Pneumonie)

Adenoviren (Zystitis, respiratorische Infekte)

HSV-1, -2

VZV (Pneumonie, Zoster)

Schwangerschaft

Abort/Frühgeburt/Kindstod

CMV

Parvovirus B19

VZV

Rötelnvirus

Mumpsvirus

Hydrops fetalis

Parvovirus B19

CMV

Embryopathien/Fehlbildungen

CMV

VZV (selten)

Rötelnvirus (Gregg-Syndrom)

sepsisähnliche Krankheitsbilder

HSV-2, (-1) (Herpes neonatorum)

Enteroviren (präpartal)

VZV (auch perinatal mit hoher Komplikationsrate)

perinatale Übertragung

HIV

HBV

HSV

Risiken für die Mutter

HIV (Verschlechterung)

HPV (Verschlechterung)

HEV (fulminante Hepatitis)

VZV (Pneumonie)

ZNS

Enzephalitis, Meningoenzephalitis

HSV-1, (-2)

VZV

HIV

FSME-Virus

Adenoviren

Masernvirus

CMV (bei Immunsupprimierten); EBV

Enterovirus 71, Polioviren 1-3

Influenzaviren / Parainfluenzaviren

Parvovirus B19

HHV6 (selten)

(aseptische) Meningitis

Enteroviren

Mumpsvirus

HSV-2

VZV

HIV

Adenoviren

Sandfliegen-Fieber-Viren

Demenz/Degeneration

JC-Virus (Polyomaviren; PML)

HIV

Masernvirus (SSPE)

Rötelnvirus (kongenital, progressive Panencephalitis)

Myelitis

Enteroviren, Poliovirus 1-3

VZV

FSME-Virus

EBV

HIV

HSV-2

Polyradikulitis
(Guillain-Barré-Syndrom)

CMV (vorausgegangene Infektion)

EBV (vorausgegangene Infektion)

Influenza-A-Viren

HIV

HSV-1, (-2)

VZV

FSME

Mumps

Fazialisparese

VZV

HSV-1/-2

Hals / Nase / Ohren

Tonsillitis

EBV

CMV

HIV

Thyreoiditis

Mumpsvirus

Parotitis

Mumpsvirus

CMV

Enteroviren

Otitis media

Influenza A-Viren (bei Kindern)

Masernvirus

Enteroviren

RSV

Rhinoviren

Innenohrdefekte

CMV (intrauterin)

Rötelnvirus (intrauterin)

Mumps (Hörsturz)

VZV

Zoster oticus

VZV

 

 

 

Hantavirusdiagnostik

Das Labor ist Teil des Nationales Konsiliarlaboratoriums für Hantaviren an der Charité Universitätsmedizin Berlin.


Kriterien für Verdachtsdiagnose hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (HFRS)

  • akuter Krankheitsbeginn mit Fieber > 38,5 °C
  • Rücken-, Kopf- und/oder Abdominalschmerz
  • Protein- und/oder Hämaturie
  • Serumkreatinin- (z. T. auch LDH- und CRP-) Erhöhung
  • Thrombozytopenie
  • Oligurie


Erreger von HFRS in Europa

Virus

Symptome

Puumalavirus (PUUV)

milde Form des HFRS (Nephropathia epidemica)

Dobrava-Belgrad Virus (DOBV)

HFRS unterschiedlicher Schweregrade (in Mitteleuropa bisher
milde und moderate Formen des HFRS; z.T. mit Lungenbeteiligung)

Tulavirus (TULV)

bisher nicht bekannt

 

Serologischer Nachweis von Hantavirus-spezifischen Antikörpern im Serum

Screening (Antikörper)

IgG, IgM,       in-house ELISA       PUUV, DOBV, HTNV
IgG, IgM        in-house ELISA       SNV, ANDV, TULV, SEOV
IgG, (IgM)     IFT                          PUUV, DOBV, HTNV, SEOV, SNV

Bestätigungstest

Antikörper-Line Blot

Typisierung

FRNT (Virusneutralisation) PUUV, DOBV, HTNV, SEOV, TULV
nur nach Absprache

Genomnachweis
nur während der virämischen, akuten Krankheitsphase

  • Plasma, Leukozyten, Nierenbioptat
  • RT-PCR: PUUV, DOBV, HTNV, SEOV, TULV

Lagerung und Transport der Proben

  • Proben zur serologischen Analyse: keine Kühlung erforderlich
  • Materialien für Genomnachweis: Plasma als EDTA- oder Citratblut; schnellstmöglicher Transport
    zum Labor (Kurier und gekühlt); Vollblut aufgenommen in RNA-Stabilisierungspuffer (z. B. PAXgene)
  • Virusisolierung: EDTA-Blut, - schnellstmöglicher Transport zum Labor

Bei Verdacht auf Hantavirales Cardio-Pulmonales Syndrom (HCPS):

  • HCPS wurde bisher nur in Nord- und Südamerika nachgewiesen
  • Erreger: Sin Nombre Virus (SNV), Andesvirus (ANDV)
  • Nachweis: IgM- und IgG-Antikörper gegen im SNV und ANDV

Viren der Risikogruppe 4

„Ansteckungsgefährliche Stoffe, gefährlich für Menschen“ nach UN2814
Kategorie A (Gefahrgutverpackung nach Norm P620)
Affenpocken-, Ebola-, Flexal-, Guanarito-, Hantaan-, HCPS-hervorrufende Hanta- (s.o.), Hendra-, Junin-, Krim-Kongo-, Kyasanur-Waldkrankheit-, Lassa-, Machupo-, Marburg-, Nipah-, Hämorrhagisches Omsk-Fieber-, Pocken- (Variola major, Variola minor), Rifttal-Fieber-, Sabia-, Tollwut-, Venezuela-Pferde-Enzephalitis-Viren

Bei begründetem Verdacht auf Infektionen durch Viren der Risikogruppe 4, nehmen Sie bitte direkt mit unserem Labor Kontakt auf. Die Proben versenden wir dann an die untenstehenden Speziallabors.

Spezialisierte Einrichtungen für Viren der Risikogruppe 4:

Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Abteilung für Virologie
Prof. Dr. S. Günther
Bernhard-Nocht-Str. 74
20359 Hamburg
Tel: 040-42818406/456 Fax -378
Hotline 040-42818-0 (24 h täglich)
www.bni-hamburg.de

 
Philipps Universität Marburg
Institut für Virologie
Professor Dr. Becker
Hans-Meerwein-Str. 2
35043 Marburg
Tel: 06421-2866253/4
Mobil: 0177-3108196
w.uni-marburg.de/fb20/virolog


Auszug aus dem
Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen s.a. www.rki.de (Infektionsschutz Infektionsschutzgesetz)

Infektionsschutzgesetz (IfSG)

3. Abschnitt
Meldewesen

§ 6 Meldepflichtige Krankheiten (hier nur viral bedingte)

1. der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an
a) akuter Virushepatitis
b) enteropathischem hämolytisch urämischem Syndrom (HUS)
c) virusbedingtem hämorrhagischen Fieber
d) Masern
e) Mumps
f) Poliomyelitis
(als Verdacht gilt jede akute schlaffe Lähmung, außer wenn traumatisch bedingt)
g) Röteln einschließlich Rötelnembryopathie
h) Tollwut
i) Varizellen

2. der Verdacht auf und die Erkrankung an einer mikrobiell bedingten Lebensmittelvergiftung oder an einer akuten infektiösen Gastroenteritis, wenn
a) eine Person betroffen ist, die eine Tätigkeit im Sinne des § 42 Abs. 1 ausübt,
b) zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird,

3. der Verdacht einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung,

4. die Verletzung eines Menschen durch ein tollwutkrankes, -verdächtiges oder -ansteckungsverdächtiges Tier sowie die Berührung eines solchen Tieres oder Tierkörpers

5. soweit nicht nach den Nummern 1 bis 4 meldepflichtig, das Auftreten
a) einer bedrohlichen Krankheit oder
b) von zwei oder mehr gleichartigen Erkrankungen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, wenn dies auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist und Krankheitserreger als Ursache in Betracht kommen, die nicht in § 7 genannt sind.

Dem Gesundheitsamt ist unverzüglich das gehäufte Auftreten nosokomialer Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, als Ausbruch nicht namentlich zu melden. Die Meldung nach Satz 1 hat gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 1, 3 und 5, § 10 Abs. 1 Satz 3, Abs. 3 und 4 Satz 3 zu erfolgen.


§ 7 Meldepflichtige Nachweise von Krankheitserregern (hier nur Viren)

1. Adenoviren; Meldepflicht nur für den direkten Nachweis im Konjunktivalabstrich
2. Ebolavirus
3. FSME-Virus
4. Gelbfiebervirus
5. Hantaviren
6. Hepatitis-A-Virus
7. Hepatitis-B-Virus
8. Hepatitis-C-Virus
; Meldepflicht für alle Nachweise, soweit nicht bekannt ist, dass eine chronische Infektion vorliegt
9. Hepatitis-D-Virus
10. Hepatitis-E-Virus
11. Influenzaviren;
Meldepflicht nur für den direkten Nachweis
12. Lassavirus
13. Marburgvirus
14. Masernvirus
15. Mumpsvirus
16. Norovirus;
Meldepflicht nur für den direkten Nachweis aus Stuhl
17. Poliovirus
18. Rabiesvirus
19. Rotavirus
20. Rubellavirus
21. Varizella-Zoster-Virus
22. andere Erreger hämorrhagischer Fieber.

(2) Namentlich sind in dieser Vorschrift nicht genannten Krankheitserreger zu melden, soweit deren örtliche und zeitliche Häufung auf eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit hinweist. Die Meldung nach Satz 1 hat gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 2, 3 und Abs. 4, § 9 Abs. 2, 3 Satz 1 oder 3 zu erfolgen.

(3) Nichtnamentlich ist bei folgenden Krankheitserregern der direkte oder indirekte Nachweis zu melden:

1. HIV

§ 8 Zur Meldung verpflichtete Personen (Auszug)

(1) Zur Meldung oder Mitteilung sind verpflichtet:
Im Falle des § 6 der feststellende Arzt; in Krankenhäusern oder anderen Einrichtungen der stationären Pflege ist für die Einhaltung der Meldepflicht neben dem feststellenden Arzt auch der leitende Arzt, in Krankenhäusern mit mehreren selbständigen Abteilungen der leitende Abteilungsarzt, in Einrichtungen ohne leitenden Arzt der behandelnde Arzt verantwortlich,
Im Falle der §§ 6 und 7 sind die Leiter von Einrichtungen der pathologisch-anatomischen Diagnostik, wenn ein Befund erhoben wird, der sicher oder mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Vorliegen einer meldepflichtigen Erkrankung oder Infektion durch einen meldepflichtigen Krankheitserreger schließen lässt,

(2) Der Meldepflichtige hat dem Gesundheitsamt unverzüglich mitzuteilen, wenn sich eine Verdachtsmeldung nicht bestätigt hat.