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Eosinophilen-Syndrome

Einige maligne hämatologische Erkrankungen sind mit einer Eosinophilie verbunden. Besonders charakteristisch ist dies für die Myeloproliferativen Neoplasien. Aber auch beispielsweise bei manchen T-Zell-Lymphomen findet sich eine Eosinophilie.

Zur Basisdiagnostik bei V. a. maligne Erkrankung mit Eosinophilie gehören

Alle genannten Untersuchungen außer der Knochenmarkhistologie werden im Labor Berlin durchgeführt.

Die genetische Basis von malignen Eosinophilen-Erkrankungen ist heterogen und bisher nur zum Teil bekannt. In einem Teil der Fälle liegen Aberrationen bestimmter Gene vor:

  • PDGFRA (platelet-derived growth factor receptor alpha, alpha-Rezeptor für Thrombozyten-Wachstumsfaktor) auf Chromosom 4q12.
  • PDGFRB (platelet-derived growth factor receptor beta, beta-Rezeptor für Thrombozyten-Wachstumsfaktor) auf Chromosom 5q33.1.
  • FGFR1 (fibroblast growth factor receptor 1, Rezeptor für den Fibroblastenwachstumsfaktor 1) auf Chromosom 8p12.

Alle 3 Gene sind Tyrosinkinasen. Vermutlich sind auch noch weitere bisher nicht identifizierte Tyrosinkinasen an der Ätiopathogenese maligner Eosinophilenerkrankungen beteiligt.

Eosinophilie im peripheren Blut
Eosinophilie im peripheren Blut

Von entscheidender Bedeutung ist daher eine genaue zytogenetische Analyse (möglichst immer aus Knochenmark). Diese zytogenetische Analyse sollte eine Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung (FISH) für die Gene PDGFRA, PDGFRB und FGFR1 einschließen.

Bei einem Teil der Fälle von chronischer Eosinophilenleukämie findet sich ein Fusionsgen FIP1L1-PDGFRA. Dieses Fusionsgen kann molekulargenetisch mittels RT-PCR oder per FISH-Analyse nachgewiesen werden. Es kommt durch eine Mikrodeletion auf Chromosom 4q12 zustande, die konventionell-zytogenetisch nicht sichtbar ist und bei der die benachbart liegenden Gene FIP1L1 und PDGFRA miteinander fusioniert werden.

Der Nachweis von PDGFRA- oder PDGFRB-Aberrationen hat unmittelbare therapeutische Konsequenzen: beide Tyrosinkinasen lassen sich sehr gut mit Imatinib, Nilotinib oder Dasatinib hemmen.