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  • Synonym

    PTH, PTHi, Parathyrin
  • Material

    Serum 1 ml
    oder
    EDTA-Plasma 1 ml
  • Methode

    Elektrochem. Lumineszenz Immunoassay
  • Einheit

    ng/L
  • Referenzbereich

    Altersgruppe Geschlecht Untergrenze
    Obergrenze Quelle/Kommentar
    0 – <0.25 Jahre alle 8.5 112.2 Matejek 2024 (VLBW extrapoliert
    0.25 – <2 Jahre alle 8.5 112.2 keine Daten; konservativ aus VLBW
    2 – <6 Jahre alle 18.9 65.0 Stagi + Landgrebe harmonisiert
    6 – <11 Jahre alle 18.9 65.0 Landgrebe 2021
    11 – <16 Jahre alle 22.6 88.6 Landgrebe 2021
    16 – <18 Jahre alle 18.9 67.9 Landgrebe 2021
    18 – <30 Jahre alle 16.4 57.4 Khalil 2025/Cavalcante
    30 – <40 Jahre alle 18.6 63.7 Khalil 2025/Cavalcante
    40 – <50 Jahre alle 20.1 66.4 Khalil 2025/Cavalcante
    50 – <60 Jahre alle 21.4 71.3 Khalil 2025/Cavalcante
    > 60 Jahre alle 84.0 84.0 Khalil 2025/Cavalcante


    Literaturquellen:

    1.) Matejek T, Zapletova B, Stranik J, Zaloudkova L, Palicka V. Reference values of parathyroid hormone
    in very low birth weight infants. Ann Clin Biochem. 2024.

    2.) Stagi S, Cavalli, Ricci S, et al. Parathyroid Hormone Levels in Healthy Children and Adolescents.
    Horm Res Paediatr. 2015;84:124-129.

    3.) Landgrebe AV, LUND MAV, Lausten-Thomsen U, et al. Population-based pediatric reference values for
    serum parathyroid hormone, vitamin D, calcium and phosphate. Clin Chim Acta. 2021;523:483-490.

    4.) Khalil H, Schaefer J, Kim J, Ostermann H, Latz E, Deiss D, Lu H, Varlamov O, Nagel M, Trémollières F, 
    et al. The Application of Assay-Specific Adult PTH Reference Ranges in Clinical Interpretation of Parathyroid
    Hormone Testing. Horm Metab Res. 2025;57:471-476.

    5.) Cavalcante et al. Age specific Roche iPTH reference intervals (zit. in Khalil 2025)
  • Akkreditiert

    Ja
  • Allgemeines

    Parathormon (PTH) wird in den Nebenschilddrüsen gebildet und in den Blutkreislauf sezerniert. Intaktes PTH besteht aus einer einzigen Polypeptidkette mit 84 Aminosäuren und hat ein Molekulargewicht von ca. 9500 Dalton.
    Das biologisch aktive N-terminale Fragment hat eine Halbwertzeit von wenigen Minuten. Ein selektives Messen des (weitgehend) intakten Parathormons ermöglicht eine direkte Erfassung der sekretorischen Aktivität der Nebenschilddrüse.
    PTH bewirkt zusammen mit Vitamin D und Calcitonin die Mobilisierung von Calcium und Phosphat aus dem Skelettsystem und steigert die Aufnahme von Calcium im Darm sowie die Phosphatausscheidung über die Nieren. Die Konstanz des Blutcalciumspiegels wird durch das Zusammenwirken von PTH und Calcitonin gewährleistet. Hohe Calciumkonzentrationen hemmen, niedrige fördern die PTH-Ausschüttung.
    Störungen der Nebenschilddrüsenfunktion führen zu erhöhtem (Hypercalcämie) bzw. erniedrigten Blutcalciumspiegel (Hypocalcämie), welche durch eine Änderung der PTH-Sezernierung bedingt sind. Die Erfassung einer Nebenschilddrüsen-Unterfunktion (Hypoparathyreodismus) erfordert eine hohe Testsensitivität um auch PTH-Spiegel erheblich unter der Norm erfassen zu können. Eine Überfunktion der Nebenschilddrüse resultiert in vermehrter PTH-Ausschüttung (Hyperparathyreodismus). Primäre Ursache sind Adenome der Nebenschilddrüse. Beim sekundären Hyperparathyreodismus ist der Blutcalciumspiegel infolge anderer Erkrankungen (z.B. infolge Vitamin D Mangels) niedrig. Bei der Beurteilung eines Hyperparathyreodismus kommt heute der Erfassung der PTH- und Calciumkonzentrationen eine überragende Bedeutung zu.

    Literatur: Stokes FJ, Ivanov P, Bailey LM: The Effects of Sampling Procedures and Storage Conditions on Short-term Stability of Blood-Based Biochemical Markers of Bone Metabolism, Clin Chem 2011; 57 (1): 138-140
    L. Thomas: Labor und Diagnose, 8. Aufl. 2012

  • Indikation

    Differentialdiagnose von Hyper- und Hypocalcämie, Osteopathie, Niereninsuffizienz, Nephrolithiasis, Nephrokalzinose, Intraoperativ bei der Adenomresektion der Neben-Schilddrüsen zur Beurteilung der Vollständigkeit der Resektion

  • Praeanalytik

    Serum:nach der Blutabnahme Spontangerinnung (30 min), abzentrifugieren und gekühlt/gefroren bei Transport von Außerhalb ins Labor;                             
    Plasma: nach Blutentnahme zentrifugieren und gekühlt/gefroren bei Transport von Außerhalb ins Labor

    Dialysepatienten: vor Dialyse entnehmen

    Intraoperativ (Empfehlung nach NACB – Richtlinie) EDTA-Blut – Anmeldung im Labor notwendig:
    Entnahme von Ausgangsproben vor der OP, Kontrolle 5 – 10 Minuten nach der Resektion, evtl. sind weitere Kontrollen notwendig.
    Probentransport sofort ins Labor und sofortige Messung, da vom Messwert das weitere intraoperative Vorgehen abhängt.

    Abnahmebedingungen: hämolysefreie Blutabnahme, morgens nüchtern

    Lagerstabilität: Serum 8 Stunden 15 – 25 °C, 3 Tage 2 – 8 °C, Plasma 2 Tage 15 – 25 °C, 3 Tage 2 – 8 °C

    Störfaktoren: Hämolyse (Hb > 0,15 g/dL) stört, Proben mit sichtbaren Anzeichen einer Hämolyse dürfen nicht gemessen werden.

    Erhöhte Werte:
    Antikonvulsiva, Corticosteroide, INH, Lithium, Phosphate, Rifampicin
    Erniedrigte Werte:
    Cimetidin, Pindolol, Propanolol

  • Bewertung

    Erhöhte Werte:
    Primärer und sekundärer Hyperparathyreoidismus, Pseudohypoparathyreoidismus, paraneoplastisch (sehr selten)
    Erniedrigte Werte:
    Hypoparathyreoidismus, Tumorhypercalciämie durch Produktion von PTH related peptide, multiple Myelom, Hyperthyreose, Sarkoidose, Vitamin-D-Überdosierung
     
    Beurteilung  des Knochenstoffwechsels und therapeutisches Monitoring bei Patienten im Endstadium der Chron. Niereninsuffizienz
    bei Vit. D-Mangel
    intraoperativ bestimmt zur Überprüfung der Adenomentfernung bei Hyperparathyreoidismus

  • Durchfuehrung

    24h verfügbar, Notfall- und Routineparameter, Routine zwischen 8:00 – 20:00

Labor Berlin – Charité Vivantes GmbH
Tel: +49 (30) 405 026-800

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