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  • Material

    EDTA-Blut 3 ml
  • Methode

    RT-PCR
  • Dauer

    =/< 5 Arbeitstage
  • Referenzbereich

    TPMT*1/1 (Wildtyp)

  • Akkreditiert

    Ja
  • Allgemeines

  • Indikation

    Patienten, bei denen eine Therapie mit 6-Mercaptopurin, 6-Thioguanin oder Azathioprin geplant ist (z.B. bei akute Leukämien oder entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn).

  • Praeanalytik

    Alternativmaterial: Citratblut oder isolierte DNA

    Für die Untersuchung ist eine Einwilligung des Patienten nach GenDG erforderlich , Diese finden Sie unter folgenden Link zu den Anforderungsscheinen unter „Allgemeine Dokumente“.(Link)

  • Bewertung

    6-Thiopurin-Analoga (6-Mercaptopurin, 6-Thioguanin oder Azathioprin) werden als Immunsuppressiva beispielsweise bei akuten Leukämien oder bei entzündlichen Darmerkrankungen (M. Crohn) eingesetzt. Alle drei genannten Medikamente werden durch das Enzym Thiopurin-S-Methyltransferase (TPMT) vor allem hepatisch metabolisiert. Die beobachtete große interindividuelle Schwankungsbreite der Enzymaktivität beruht auf mehreren Polymorphismen im kodierenden Bereich des TPMT-Gens. Die mit Abstand häufigsten Varianten werden als TPMT*2 (Ala80Pro, A80P), TPMT*3A (Ala151Thr/Tyr240Cys, A154T/Y240C) und TPMT*3C (Tyr240Cys, Y240C) bezeichnet. Sie treten mit folgenden ungefähren Allelfrequenzen auf: TPMT*2: 0,2 %, TPMT*3A: 5 %, TPMT*3C: 0,5 %. Neben diesen häufigen Varianten sind noch zahlreiche weitere bekannt, die jedoch extrem selten vorkommen.
    Individuen, die heterozygot für eine der beschriebenen Varianten sind, haben eine reduzierte Enzymaktivität und erreichen bei gleicher Dosis eine etwa doppelt so hohe zelluläre Konzentration an Thioguanin-Nukleotiden. Es hat sich in diesen Fällen als sinnvoll erwiesen, die Therapie mit 50% der Normaldosis zu beginnen und entsprechend dem Blutbild anzupassen. Individuen, die homozygot für eine der beschriebenen Mutationen sind oder eine compound-Heterozygotie aufweisen, haben nur eine marginale Enzymaktivität und akkumulieren bei gleicher Dosis eine 10fach höhere zelluläre Konzentration an Thioguanin-Nukleotiden verglichen mit dem Wildtyp. Um in diesen Fällen eine sich meist sehr schnell entwickelnde Panzytopenie zu vermeiden, sollte die Therapie mit 10% der üblichen Dosis begonnen werden und das Blutbild engmaschig kontrolliert werden.
    Aufgrund verschiedener experimenteller und intrinsischer Unsicherheiten bei der Phänotypisierung (Nachweis der TPMT-Aktivität in Erythrozyten) stellt die Genotypisierung die zuverlässigere Nachweismethode dar.

  • Durchfuehrung

    Die Durchführung erfolgt 1x pro Woche.