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  • Material

    EDTA-Blut 3,5 ml
  • Methode

    Fluoreszenz-Flowzytometrie
  • Einheit

    dimensionslos; angegeben als Standardabw
  • Referenzbereich

    0 bzw. bis zu einer Standardabweichung darüber oder darunter (-1 bis +1)

  • Akkreditiert

    Ja
  • Allgemeines

    Die Bestimmung des Granulationsindex (GI) mit Hilfe eines Fluoreszenz-Flowzytometriegerätes kann zur Quantifizierung der sogenannten Toxischen Granulation von Neutrophilen Granulozyten eingesetzt werden. Diese Methode ersetzt die zeit- und personalaufwändige manuelle Mikroskopie. Der GI dient als Screeningtest für das Vorliegen eines Myelodysplastisches Syndroms (MDS), insbesondere, wenn zusätzlich eine isolierte Anämie vorliegt. MDS: normo- oder makrozytäre Anämien sind häufig die einzigen Anzeichen bei einem MDS. Nur ein Drittel aller Patienten weist eine Thrombopenie auf. Etwa 40% der Patienten sind bei Erstdiagnose neutropen, die Dysplasiezeichen im Blutausstrich sind lediglich semiquantitativ beurteilbar (mittels manueller Mikroskopie). Durch die Bestimmung der Granularität der Neutrophilen Granulozyten im Streulicht eines Fluoreszenz-Flowzytometriegerätes, kann der Granulierungsgrad (GI) valide quantifiziert werden.

    Literatur: Le Roux et al., Int J Lab Hematol 32:e237, 2010., Zimmermann et al., Clin Chem Lab Med 49:1193, 2011.
    Furundarena et al., Int J Lab Hematol 32:360, 2010.

  • Indikation

    Differentialdiagnostik bei:
    – Vorliegen einer isolierten Anämie und V.a. myelodysplastisches Syndrom (MDS)
    – V.a. bakterielle Sepsis, Nachweis einer Toxischen Granulation Neutrophiler Granulozyten

  • Praeanalytik

    Abnahmebedingungen: Proben direkt nach Entnahme zur Vermeidung von Gerinnselbildung vorsichtig schwenken.

    Lagerstabilität: 8 Stunden bei Raumtemperatur;idealerweise erfolgt die Analytik innerhalb von vier Stunden

  • Bewertung

    Ein GI von bis zu +1 oder -1 entspricht hierbei der Standardabweichung eines gesunden Normalkollektivs. Negative Werte des GI (< -2) korrelieren mit eine Hypogranulierung, deutlich positive Werte (> +2) mit einer Hypergranulierung (sog. Toxischen Granulierung) der Neutrophilen Granulozyten. Im Falle einer isolierten Anämie und einem GI > +1 ist das Risiko des Vorliegens eines MDS nahezu ausgeschlossen (<1%), während bei einem GI von < -1 die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens eines MDS ca. 18-fach erhöht ist. In einem solchen Fall ist zu weiterer hämatologischer Diagnostik angeraten (Knochenmarkpunktion, Durchflusszytometrie, etc.). Die sog. Toxische Granulierung, die insbesondere bei bakteriell bedingter Sepsis auftritt, korreliert mit deutlich positiven GI-Werten.

  • Durchfuehrung

    wochentags von 8:00-20:00 Uhr, Sa. u. So. 8.00-15:00 Uhr Routineparameter