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  • Synonym

    Carbohydrate Antigen 19-9
  • Material

    Serum 1 ml
  • Methode

    Elektro Chemilumineszenz Immuno-Assay
  • Einheit

    kU/l
  • Referenzbereich

        bis 27
         
  • Akkreditiert

    Ja
  • Allgemeines

    CA 19-9 oder GICA (gastrointestinal cancer antigen) ist ein Sialyl-Derivat der Lacto-N-Fucopentaose II, einem Hapten der menschlichen Lewis-(a)-Blutgruppendeterminante und besitzt ein Molekulargewicht von ca. 36 kDa. Es entsteht durch Fucosylierung aus der Vorstufe CA 50. CA 19-9 ist normaler Bestandteil vieler Schleimhautzellen und deren Sekretionsprodukten. Da CA 19-9 ausschließlich über die Leber ausgeschieden wird, kann auch bereits eine geringgradige Cholestase zu deutlich erhöhte CA 19-9 Serumspiegeln führen. 3-7% der Bevölkerung haben die Blutgruppenkonstellation Lewis a-negativ/b-negativ und können kein CA 19-9 synthetisieren. Dies muss bei der Interpretation der Laborbefunde berücksichtigt werden. In einem solchen Fall bietet sich die Bestimmung der Vorsstufe von CA 19-9 an, des Tumormarkers CA 50.
    Für die Therapie- und Verlaufskontrolle von Pankreaskarzinom-Patienten beträgt die Sensitivität von CA 19-9 ca. 70 – 87 %. Es besteht hierbei keine Korrelation der CA 19-9 Messwerte zur Tumormasse. Ein Screening auf das Vorliegen eines Pankreaskarzinoms ist mit CA 19-9 nicht möglich. Die Sensitivität von CA 19-9 liegt beim hepatobiliären Karzinom zwischen 50 und 75%. Bei Magenkarzinomen empfiehlt sich die gleichzeitige Bestimmung von CA 72-4 und CEA zur Verbesserung der Sensitivität. Bei kolorektalem Karzinom ist die alleinige Bestimmung von CEA ausreichend, lediglich bei seltenen CEA-negativen Kolonkarzinomen kann die zusätzliche Bestimmung des CA 19-9 hilfreich sein. Die Bestimmung von CA 19-9 in Sondermaterialien, wie z.B. Pleurapunktaten oder Aszites, ist möglich und in Einzelfällen klinisch zu erwägen, jedoch ist die Nachweismethode für CA 19-9 nicht für diese Körperflüssigkeiten validiert.
    Literatur:
    S. Boeck et al.;Prognostic and therapeutic significance of carbohydrate antigen 19-9 as tumor marker in patients with pancreatic cancer. ;Oncology. 70 , 255 (2006)
    P. Michl et al.;Evidence-based diagnosis and staging of pancreatic cancer. ;Best Pract Res Clin Gastroenterol. 20 , 227 (2006)
    S.H. Yang et al.;Risk factors for peritoneal dissemination of colorectal cancer. ;J Surg Oncol. 87 , 167 (2004)
    M.J. Duffy et al.;Clinical utility of biochemical markers in colorectal cancer: European Group on Tumour Markers (EGTM) guidelines.
    Eur J Cancer. 39 , 718 (2003)

  • Indikation

    Therapie- und Verlaufskontrolle von: Pankreaskarzinom, hepatobiliäres Karzinom, cholangiozelluläres Karzinom, Magenkarzinom, Einsatz als Zweitmarker beim kolorektalen Karzinom (nach CEA), sowie Einsatz als Drittmarker für das Ovarialkarzinom (nach CA 125 und HE4).

  • Praeanalytik

    Patienten mit der Blutgruppe Lewis-a-negativ/b-negativ (ca. 3%-7% der Bevölkerung) exprimieren kein CA 19-9. Hier empfiehlt sich alternativ die Bestimmung von CA 50.
    Lagerstabilität:
    7 Tage bei Raumtemperatur
    Störfaktoren:
    Bei Patienten, die mit hohen Biotin-Dosen (> 5 mg/Tag) therapiert werden, sollte die Probenentnahme mindestens 8 Stunden nach der letzten Applikation durchgeführt werden. In seltenen Einzelfällen können Störungen durch hohe Titer von Antikörpern gegen Streptavidin sowie Ruthenium auftreten. Bei Patienten, die mit monoklonalen Maus-Antikörpern therapiert werden oder diese aus diagnostischen Gründen erhalten haben, können durch humane anti-Maus Antikörper (HAMA) falsche Ergebnisse auftreten. Das Vorliegen von Rheumafaktoren im Blut kann die Nachweismethode beeinflussen.

  • Bewertung

    Erhöhte Werte: Pankreaskarzinom, hepatobiliäres Karzinom, Magenkarzinom, kolorektales Karzinom, Ovarialkarzinom, cholangiozelluläres Karzinom, Leberzirrhose, Pankreatitis, Cholestase, Choledocholithiasis, Cholecystits, Cholangitis, Milz-, Leber-, Pankreas- und bronchogene Zysten, Mukoviszidose, entzündliche Erkrankungen im Gastrointestinaltrakt, chronische Niereninsuffizienz.

  • Durchfuehrung

    wochentags von 8:00-20:00 Uhr, Sa. u. So. 8.00-15:00 Uhr Routineparameter

Labor Berlin – Charité Vivantes GmbH
Tel: +49 (30) 405 026-800

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