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Klinische Chemie > Neuronenspezifische Enolase

Neuronenspezifische Enolase

Synonym
NSE
Material
Serum 1,0 ml
oder
Liquor 1 ml
Methode
Elektro Chemilumineszenz Immuno-Assay
Einheit
µg/l
Referenzbereich

Serum:  bis 1 Jahr    <=25
            bis 8 Jahre  <=20
              > 8 Jahre     16,3

Akkreditiert
Ja

Allgemeines

Die Neuronenspezifische Enolase ist ein Glukose-spaltendes Enzym, das u.a. im Gehirn und im peripheren Nervengewebe nachgewiesen werden kann. Es handelt sich um ein sogenanntes Isoenzym, das aus verschiedenen a-, b- und g-Untereinheiten aufgebaut ist. Beim kleinzelligen Bronchialkarzinom hat NSE bei einem cut-off-Wert von 15,2 µg/L eine diagnostische Sensitivität von ca. 60 - 81% (Spezifität: 93%). NSE korreliert hierbei gut mit der Tumorgröße und -ausbreitung.

Die Methode ist für Serum akkreditiert!

Literatur:
L.Thomas. ;Labor und Diagnose 2008

Indikation

Einsatz zur Therapie- und Verlaufskontrolle bei den folgenden malignen Erkrankungen:
- kleinzelliges Bronchialkarzinoms (SCLC) in Kombination mit CEA (als 2.Tumormarker nach pro-GRP; pro-GRP ist 1. Tumormarker für das SCLC)
- neuroendokrin differenzierte Tumoren (z.B. APUD-Tumoren, Neuroblastom, Medulloblastom, Seminom, medulläres Schilddrüsenkarzinom, etc.)
- Prognosefaktor für Patienten mit zerebraler Hypoxie bzw. Schädel-Hirn-Trauma (neben dem S-100 Protein)

Präanalytik

Neben Serum und Liquor können z.B. auch Punktatflüssigkeit und Aszites untersucht werden.
Hinweis für nicht abgeserte Proben mit längerdauerndem Transport (> 1 Stunde):
Da NSE aus hämolysierenden Erythrozyten und Thrombozyten freigesetzt wird, sollte zur Vermeidung einer Hämolyse das Blut nach der Gerinnung zentrifugiert und das Serum abpipettiert werden.

Hämolysefreie Blutprobe! Blutstauung max. 30 - 60 Sekunden!

Lagerstabilität:
Postversand in abgesertem Zustand möglich
Stabilität bei 2°C bis 8°C ca. 3 Tage, längerfristig bei -18°C lagern

Bewertung

Erhöhte NSE-Werte im Serum können u.a. gefunden werden bei:
gutartige Lungenerkrankungen (z.B. Pneumonie, Lungenfibrose), ZNS-Erkrankungen (Meningitis, Multiple Sklerose, Hypoxie und Hirninfarkt, intrazerebrale Hämatome, Schizophrenie, Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung, etc.), Kreislaufstillstand, nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom, nicht-pulmonale Tumoren, Mamma-Karzinom, Nieren-Karzinom, Niereninsuffizienz, Hepatitis, Feten mit Neuralrohrdefekten, Hämolyse (Präanalytik!)

Empfehlenswerte Zusatzdiagnostik:
- bei V.a. kleinzelliges Bronchial-Ca: pro-GRP (erste Wahl bei V.a. kleinzelliges Bronchial-Ca), alternativ: Calcitonin, ACTH, Chromogranin A oder CEA
- bei V.a. nicht-kleinzelliges Bronchial-Ca: Cyfra 21-1
- bei V.a. Neuroblastom: Katecholamine und -metabolite
- bei V.a. APUD-Tumor: Katecholamine und -metabolite sowie Hormonbestimmungen für Tumoren der entsprechenden Lokalisation  (z.B. Phäochromozytom, medulläres Schilddrüsenkarzinom, gastrointestinales Karzinoid, etc.)

Durchführung

wochentags von 8:00-20:00 Uhr, Sa. u. So. 8.00-15:00 Uhr Routineparameter