Lupe
Reagenzglas

Website durchsuchen

Leistungsverzeichnis

Hämostaseologie > Präkallikrein

Präkallikrein

Material
Citrat-Plasma 1 ml
Methode
Koagulometrie
Einheit
%
Referenzbereich

70 - 120 %

Akkreditiert
Nein

Allgemeines

Präkallikrein gehört zu den sog. Kontaktfaktoren des Gerinnungssystems und aktiviert den Faktor XII, hat aber für die Hämostase keine wesentliche Bedeutung. Bei Mangel kommt es zu einer aussergewöhnlichen aPTT Verlängerung. Es besteht jedoch keine Blutungs- oder Thromboseneigung.

Literatur: M. Barthels,  "Das Gerinnungskompendium", Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York, 2. Auflage 2013,  S. 523 ff

Indikation

Störungen im Kallikrein-System, Verdacht auf hereditären Präkallikrein-Mangel, Verlängerung der aPTT ohne bekannte Ursache.

Präanalytik

Die Blutentnahme soll mit einer möglichst weitlumigen Kanüle erfolgen, für Erwachsene mindestens 21 G, entspricht 0,8 mm oder 20 G entspricht 0,9mm. (Diese Kanülen sind bei dem derzeit in der Charite und bei Vivantes verwendeten System grün bzw. gelb). Für Kinder können 23 G, entsprechend 0,6 mm-Kanülen verwendet werden. Die Stauung der Vene darf 1 Minute nicht überschreiten, nach Punktion der Vene soll die Stauung gelöst werden.
Das Mischungsverhältnis von 1 Teil Citrat zu 9 Teilen Blut muss korrekt eingehalten werden, deshalb Citratröhrchen immer bis zur Markierung füllen. Das  Entnahmeröhrchen muss sofort nach dem Abziehen von der Kanüle/dem Butterfly  vorsichtig durch 4-5-maliges Überkopfschwenken gemischt werden, dabei ist Schaumbildung zu vermeiden.
Das Gerinnungsröhrchen soll nicht zuerst abgenommen werden, idealerweise nach einem  Serumröhrchen ohne Zusatz. Vor allem bei Verwendung von Schlauchsystemen immer ein anderes Röhrchen vorher füllen (Volumen im Schlauch fehlt sonst im Citratröhrchen und kann zu einem falschen Mischungsverhältnis führen). 
Bei einem Hämatokrit > 0,55 l/l bitte präparierte Röhrchen im Labor anfordern, da hier die Citratmenge vermindert werden muss. (Nicht bei Neugeborenen!)

Lagerstabilität: Proben bei Zimmertemperatur umgehend in das Labor transportieren (spätestens innerhalb von 2 Stunden, die Bearbeitung muss im Allgemeinen innerhalb von  4 Stunden abgeschlossen sein), sonst Plasma 2x abzentrifugieren und einfrieren. Nicht im Kühlschrank lagern.

Störfaktoren: Mikrogerinnsel durch Gerinnungsaktivierung bei traumatischer Blutentnahme (Freisetzung von Gewebsthromboplastin) oder unzureichendes Mischen. Fibrinolyseaktivierung durch zu langes Stauen. Bei Abnahme aus i.v.-Zugängen kommt es zu Verunreinigungen durch Blocken/Spülen mit Heparin oder Infusionslösungen. Deshalb mindestens 10 ml Blut verwerfen.
Starke Hämolyse kann zu einer Verkürzung der Gerinnungszeiten führen.

Bewertung

Bei angeborenem Präkallikrein-Mangel keine erhöhte Blutungsneigung, meistens handelt es sich um einen Zufallsbefund. Bei einem erhöhten Umsatz (SIRS, Sepsis, Polytrauma, Verbrauchskoagulopathie, Multiorganversagen usw.) geht die Präkallikrein-Aktivität verloren, während die Antigenkonzentration erhalten bleibt.

Durchführung

bei Bedarf