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Klinische Chemie > HE4

HE4

Synonym
Humanes Epididymis Protein 4
Material
Serum 1 ml
Methode
Elektro Chemilumineszenz Immuno-Assay
Einheit
pmol/L
Referenzbereich

< 70 pmol/L Frauen in der Prämenopause
< 140 pmol/L Frauen in der Postmenopause

Akkreditiert
Ja

Allgemeines

Das „humane Epididymis Protein 4“ (HE4) stellt einen neuen Tumormarker zur Früherkennung und zur Verlaufsbeurteilung von serösen Ovarialkarzinomen, Endometriumkarzinomen und Borderlinetumoren dar. Die gemeinsame Bestimmung von CA 125 und HE4 (als sog. „ROMA-Score“) verbessert signifikant die Sensitivität verglichen mit den Einzelmarkern. Beim HE4 handelt es sich um ein intrazelluläres Glykoprotein mit inhibierender Wirkung auf Proteasen. Die Überexpression des HE4-Gens konnte bereits in frühen Stadien des Ovarialkarzinoms nachgewiesen werden. Die Expression in normalen Geweben, benignen Tumoren und mucinösen Ovarialkarzinomen ist vergleichsweise gering. Aufgrund der HE4-Freisetzung in frühen Tumorstadien und der hohen Spezifität (95%) gegenüber gutartigen Ovarialerkrankungen und einer Sensitivität von 72,9% ergänzt HE4 den Tumormarker CA 125 in der Diagnostik des Ovarialkarzinoms. Insbesondere Patientinnen in symptomfreien Frühstadien sowie in der Prämenopause profitieren von der Bestimmung von HE4 im Vergleich zur alleinigen Messung des CA 125.
Literatur:
Huhtinen K et al.;Serum HE4 concentration differentiates malignant ovarian tumors from ovarian endometriotic cysts. ;Br J Cancer 2009; 100(8):1315-9
Moore RG et al.;Utility of a novel serum tumor biomarker HE4 in patients with endometrioid adenocarcinoma of the uterus. ;Gynecol. Oncol. 2008;110(2):196-201
Havrilesky LJ et al.;Evaluation of biomarker panels for early stage ovarian cancer detection and monitoring for disease recurrence. ;Gynecol. Oncol. 2008;110(3):374-82
Moore RG et al.;A novel multiple marker bioassay utilizing HE4 and CA 125 for the prediction of ovarian cancer in patients with a pelvic mass. ;Gynecol. Oncol. 2009; 112(1):40-6.
Molina. R e.a.;HE4 a novel tumour marker for ovarian cancer: comparison with CA 125 and ROMA algorithm in patients with gynaekological diseases. ;Tumour Biol. 2011 December, 32(6): 1087-1095.
Moore RG, et al. ;The use of multiple novel tumor biomarkers for the detection of ovarian carcinoma  in patients with a pelvic mass. ;Gynecol Oncol. 2008;108(2): 402-408.
J.Sehouli, E.Braicu. ;Diagnostische Ansätze beim Ovarialkarzinom.

Indikation

Zur Diagnostik, Therapie- und Verlaufskontrolle des serösen Ovarialkarzinoms (ergänzender Tumormarker zu CA 125, ROMA-Score)

Präanalytik

Der Test wird nicht beeinflusst durch:
- Ikterus (Bilirubin < 66 mg/dl)
- Hämolyse (Hb < 1,0 g/dl)
- Lipämie (Triglyceride < 2.000 mg/dl)

Lagerung:
Proben müssen bei Raumtemperatur innerhalb von 5 Stunden im Labor eintreffen. Andernfalls müssen die Proben gekühlt oder nach Zentrifugation eingefroren werden.
Störfaktoren:
Niereninsuffizienz (Kreatinin >1,3mg/dL). Das Vorliegen von Rheumafaktoren im Blut kann die Nachweismethode beeinflussen.

Bewertung

HE4 (Humanes Epididymis Protein 4) weist im Vergleich zu CA 125 mehrere Vorteile auf:
- höhere Sensitivität bei der Identifizierung früher Tumorstadien
- höhere Spezifität, da HE4 seltener bei benignen ovariellen Erkrankungen (z.B. Ovarialzysten oder Endometriose) erhöht ist

Sofern beide Messwerte vorliegen (CA 125 und HE4), ist eine Aussage zur Erkrankungswahrscheinlichkeit an einem Ovarialkarzinom möglich: der ROMA-Score (Risk of Ovarian Malignancy Algorithm) wird in diesem Fall berechnet, um das relative Risiko (niedriges Risiko versus hohes Risiko) für das Vorliegen eines epithelialen Ovarialkarzinoms z.B. bei einer Raumforderung mit unklarer Dignität im kleinen Becken der Patientin abzuschätzen. Der negative prädiktive Wert des ROMA ist mit >90 % sehr gut, sodass ein niedriger ROMA-Wert gegen das Vorliegen eines serösen Ovarialkarzinoms spricht. Allerdings bedingt die höhere Sensitivität eine schlechtere Spezifität. So fanden sich pathologische Messwerte für HE4, CA 125 und den ROMA-Score bei 1,5 % bzw. 13,6 % und 25,8 % gesunder Frauen und bei 1,1 % bzw. 30,2 % und 12,3 % Frauen mit benignen gynäkologischen Erkrankungen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Hinweis, dass in sehr frühen Tumorstadien etwa ein Drittel der Patientinnen unauffällige HE4-, CA 125- und ROMA-Scores aufweist. Hinweis: HE4 kann auch bei anderen Karzinomen (Lunge, Endometrium, Blase, GIT) und bei Niereninsuffizienz (Kreatinin > 1,3 mg/dl) erhöht sein.   
                                                                                                                                                                                                                                                    
ROMA-Score:  >7.4% hohes Risiko  (Prämenopause)
                    <7.4% niedriges Risiko  (Prämenopause)
     
ROMA-Score:  >25.3% hohes Risiko  (Postmenopause)
                    <25.3% niedriges Risiko  (Postmenopause)

Durchführung

wochentags von 8:00-20:00 Uhr, Sa. u. So. 8.00-15:00 Uhr Routineparameter