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Hämostaseologie > Argatroban

Argatroban

Material
Citrat-Blut 3 ml
Methode
verdünnte Thrombinzeit
Einheit
µg/ml
Referenzbereich

0,5 - 1,0

Akkreditiert
Ja

Allgemeines

Argatroban ist ein alternatives Antikoagulanz zur Anwendung bei HIT II. Es ist ein direkter Thrombin-Inhibitor.

Literatur: M. Barthels. Das Gerinnungskompendium. Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York. 2. Auflage 2013, S. 933 ff

Indikation

Die Argatroban-Anwendung wid über die aPTT gesteuert (aPTT 1,5 - 3fach verlängert, jedoch < 100 s). Bei V.a. Überdosierung ist die Bestimmung von Argatroban mit einer alternativen Bestimmungsmezhode sinnvoll, da die aPTT  im hohen Bereich dem Argatroban-Spiegel nicht mehr linear folgt.

Präanalytik

Abnahmebedingungen: Die Blutentnahme soll mit einer möglichst weitlumigen Kanüle erfolgen, für Erwachsene mindestens 21 G, entspricht 0,8 mm oder 20 G entspricht 0,9mm. (Diese Kanülen sind bei dem derzeit in der Charite und bei Vivantes verwendeten System grün bzw. gelb). Für Kinder können 23 G, entsprechend 0,6 mm-Kanülen verwendet werden. Die Stauung der Vene darf 1 Minute nicht überschreiten, nach Punktion der Vene soll die Stauung gelöst werden.
Das Mischungsverhältnis von 1 Teil Citrat zu 9 Teilen Blut muss korrekt eingehalten werden, deshalb Citratröhrchen immer bis zur Markierung füllen. Das  Entnahmeröhrchen muss sofort nach dem Abziehen von der Kanüle/dem Butterfly  vorsichtig durch 4-5-maliges Überkopfschwenken gemischt werden, dabei ist Schaumbildung zu vermeiden.
Das Gerinnungsröhrchen soll nicht zuerst abgenommen werden, idealerweise nach einem  Serumröhrchen ohne Zusatz. Vor allem bei Verwendung von Schlauchsystemen immer ein anderes Röhrchen vorher füllen (Volumen im Schlauch fehlt sonst im Citratröhrchen und kann zu einem falschen Mischungsverhältnis führen). 
Transport / Lagerung: Proben bei Zimmertemperatur umgehend in das Labor transportieren (spätestens innerhalb von 2 Stunden, die Bearbeitung muss im Allgemeinen innerhalb von  4 Stunden abgeschlossen sein), sonst Plasma 2x abzentrifugieren und einfrieren. Nicht im Kühlschrank lagern.
Störfaktoren: Mikrogerinnsel durch Gerinnungsaktivierung bei traumatischer Blutentnahme (Freisetzung von Gewebsthromboplastin) oder unzureichendes Mischen. Fibrinolyseaktivierung durch zu langes Stauen. Bei Abnahme aus i.v.-Zugängen kommt es zu Verunreinigungen durch Blocken/Spülen mit Heparin oder Infusionslösungen. Deshalb mindestens 10 ml Blut verwerfen.
Starke Hämolyse kann zu einer Verkürzung der Gerinnungszeiten führen.

Bei einem Hämatokrit > 0,55 l/l bitte präparierte Röhrchen im Labor anfordern, da hier die Citratmenge vermindert werden muss. (Nicht bei Neugeborenen!)

Bewertung

Über- oder Unterdosierung, Dosisanpassung

Durchführung

bei Bedarf