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Hämostaseologie > APC-Resistenz

APC-Resistenz

Material
Citrat-Blut 3 ml
Methode
Koagulometrie
Einheit
RATIO
Referenzbereich
    > 2.9
Akkreditiert
Ja

Allgemeines

Die Resistenz gegen aktiviertes Protein C ist definiert als eine fehlende Verlängerung der Gerinnungszeiten in Gerinnungstests nach In-vitro-Zusatz von aktiviertem Protein C. Es handelt sich dabei um den häufigsten Risikofaktor für eine angeborene Thrombophilie. Ursache ist in 95 % der Fälle eine Genmutation des Gerinnungsfaktors V.

Barthels, M.: Das Gerinnungskompendium; Thieme, 2013; S. 456 ff.;Jorquera JI et al.: Modified test for activated protein C resistance. Lancet. 1994 Oct 22;344(8930):1162-3.
Mackie I et al.: Quality assurance issues and interpretation of assays. Semin Hematol. 2007 Apr;44(2):114-25.

Indikation

Anamnese mit  venösen und arteriellen Thromboembolien vor dem 40. Lebensjahr
familiäre Thromboseneigung
wiederholte venöse Thrombosen
Thrombosen mit ungewöhnlicher Lokalisation
Thrombosen in der Schwangerschaft, im Wochenbett oder bei Einnahme von Ovulationshemmern

Präanalytik

Abnahmebedingungen:
Die Blutentnahme soll mit einer möglichst weitlumigen Kanüle erfolgen, für Erwachsene mindestens 21 G, entspricht 0,8 mm oder 20 G entspricht 0,9mm. (Diese Kanülen sind bei dem derzeit in der Charite und bei Vivantes verwendeten System grün bzw. gelb). Für Kinder können 23 G, entsprechend 0,6 mm-Kanülen verwendet werden. Die Stauung der Vene darf 1 Minute nicht überschreiten, nach Punktion der Vene soll die Stauung gelöst werden.
Das Mischungsverhältnis von 1 Teil Citrat zu 9 Teilen Blut muss korrekt eingehalten werden, deshalb Citratröhrchen immer bis zur Markierung füllen. Das  Entnahmeröhrchen muss sofort nach dem Abziehen von der Kanüle/dem Butterfly  vorsichtig durch 4-5-maliges Überkopfschwenken gemischt werden, dabei ist Schaumbildung zu vermeiden.
Das Gerinnungsröhrchen soll nicht zuerst abgenommen werden, idealerweise nach einem  Serumröhrchen ohne Zusatz. Vor allem bei Verwendung von Schlauchsystemen immer ein anderes Röhrchen vorher füllen (Volumen im Schlauch fehlt sonst im Citratröhrchen und kann zu einem falschen Mischungsverhältnis führen). 
Transport/Lagerung:
Proben bei Zimmertemperatur umgehend in das Labor transportieren (spätestens innerhalb von 2 Stunden, die Bearbeitung muss im Allgemeinen innerhalb von  4 Stunden abgeschlossen sein), sonst Plasma 2x abzentrifugieren und einfrieren. Nicht im Kühlschrank lagern.
Störfaktoren:
Mikrogerinnsel durch Gerinnungsaktivierung bei traumatischer Blutentnahme (Freisetzung von Gewebsthromboplastin) oder unzureichendes Mischen. Fibrinolyseaktivierung durch zu langes Stauen. Bei Abnahme aus i.v.-Zugängen kommt es zu Verunreinigungen durch Blocken/Spülen mit Heparin oder Infusionslösungen. Deshalb mindestens 10 ml Blut verwerfen.
Starke Hämolyse kann zu einer Verkürzung der Gerinnungszeiten führen.
Faktor V- Mangel < 50 % (führt zu verlängerten Gerinnungszeiten), Aprotinin (hemmt das aktivierte Protein C im Test), Protamin (verkürzt die Gerinnungszeiten), hohe Heparinkonzentrationen, direkte Thrombininhibitoren.

Bei einem Hämatokrit > 0,55 l/l bitte präparierte Röhrchen im Labor anfordern, da hier die Citratmenge vermindert werden muss. (Nicht bei Neugeborenen!)

Bewertung

Bei erniedrigter Ratio besteht der V. a. Faktor-V-Leiden-Mutation. In diesem Fall sollte eine molekulargenetische Untersuchung zum Nachweis der Faktor V-Leiden-Mutation durchgeführt werden.

Durchführung

wochentags von 8:00-20:00 Uhr Routineparameter