Lupe
Reagenzglas

Website durchsuchen

Leistungsverzeichnis

Klinische Chemie > Procalcitonin

Procalcitonin

Synonym
PCT
Material
Heparin-Plasma 1 ml
oder
Serum 1 ml
Methode
Elektro Chemilumineszenz Immuno-Assay
Einheit
µg/l
Referenzbereich
  bis 18 Jahre <=0,09
   > 18 Jahre

                       <0,5 

Akkreditiert
Ja

Allgemeines

PCT ist ein Protein, das bei schweren bakteriellen, pilzbedingten und parasitären Infektionen sowie bei Sepsis und Multiorganversagen in erhöhter Konzentration im Blutplasma auftritt. Bei viralen Infektionen, Autoimmun- und allergischen Erkrankungen tritt in der Regel kein PCT-Anstieg auf.
Die PCT-Konzentration spiegelt die Aktivität der systemischen Entzündung wieder.
Procalcitonin (PCT) ist ein 116 AS Polypeptid und ein Vorläufer des Hormons Calcitonin, welches in die Regulation des Calciumstoffwechsels eingreift. PCT hat keine Calcium-regulierende Funktion.
PCT und andere Calcitonin-Vorläufer werden vom Calcitonin I Gen kodiert und unter Normalbedingungen in neuroendokrinen Zellen der Schilddrüse produziert. Die Produktion von PCT außerhalb der neuroendokrinen Zellen der Schilddrüse ist normalerweise unterdrückt. PCT ist ein Polypeptid, es wird enzymatisch zu Calcitonin gespalten. Das reife Hormon Calcitonin wird in den neuroendokrinen Zellen prozessiert (modifiziert) und in den sekretorischen Granula gespeichert.
Bei Infektionen durch Bakterien, Pilze und Protozoen wird in Leber, Niere, Fettgewebe und Muskel das Calcitonin-Gen exprimiert, PCT gebildet und anschließend ins Blut ausgeschüttet. Dabei kommt es zu einem raschen Anstieg der PCT-Konzentration im Blut. Dem gegenüber steigt Calcitonin bei infektionsbedingter Stimulation der PCT-Synthese in den parenchymatösen Organen nicht oder nur minimal an.

Literatur:
L. Thomas (Hrsg);Labor und Diagnose;TH-Books 8. Aufl. (2012) S 1291 ff

M. Meisner.;Procalcitonin - Biochemie und klinische Diagnostik (2010) UNI-MED- Verlag. S 8-16.

B.M. Tang et al.;Accuracy of procalcitonin for sepsis diagnosis in critically ill patients: systematic review and meta-analysis. 
Lancet Infect Dis. 7, 210 (2007)

B. Uzzan et al.;Procalcitonin as a diagnostic test for sepsis in critically ill adults and after surgery or trauma: a systematic review and meta-analysis.  ;Crit Care Med. 34, 1996 (2006)

M.A. Verboon-Maciolek et al.;Inflammatory mediators for the diagnosis and treatment of sepsis in early infancy.  ;Pediatr Res. 59, 457 (2006)

R. Vazzalwar et al.;Procalcitonin as a screening test for late-onset sepsis in preterm very low birth weight infants.
J Perinatol. 25, 397 (2005); Weitere  Literaturhinweise in den Testanleitungen der Firma Roche Diagnostics

Indikation

- Diagnose und Verlauf bakterieller Entzündungen
- Differenzierung viraler von bakterieller Infektion
- Risikoüberwachung nach OP und Transplantation
- Verlaufsparameter bei Sepsis, SIRS und MODS

Präanalytik

Plasma: Li–Heparinplasma (K2 - EDTA – Plasma)
Serum: Standard-Probenentnahmeröhrchen bzw. Röhrchen, die Trenngel enthalten.
Keine gesonderten Transportbedingungen erforderlich
Sachgemäße venöse Stauung (unter 2 Minuten). Bei  Therapie mit hohen Biotin-Dosen (> 5 mg/Tag) sollte die Probenentnahme mindestens 8 Stunden nach der letzten Applikation erfolgen.
Lagerstabilität:
24 Stunden bei 2?8 °C, 3 Monate bei ?20 °C. Nur 1 x einfrieren

Störfaktoren:
Extrem hohe Titer von Rheumafaktor können die Messung stören. In seltenen Einzelfällen Störung durch extrem hohe Titer von Antikörpern gegen Analyt-spezifische Antikörper, Streptavidin oder Ruthenium.

Bewertung

PCT < 0.05 µg/l Normwert, Gesunde Individuen ( Alter > 3 Lebenstage;
keine systemische Entzündungsreaktion.

PCT < 0.5 µg/l Messbare, aber geringe PCT- Reaktion
Geringe oder keine systemische Entzündungsreaktion
Lokale Entzündung und lokale Infektion möglich.

PCT > 0.5- < 2.0 µg/l Signifikante, aber mäßige systemische Entzündungsreaktion. Eine Sepsis ist möglich.

PCT > 2- < 10 µg/l Schwere systemische Entzündungsreaktion, am
wahrscheinlichsten infolge einer Sepsis, hohes Risiko für die Entwicklung einer
Organdysfunktion.

PCT > 10 µg/m Ausgeprägte systemische Entzündungsreaktion,
nahezu ausschließlich infolge einer schweren bakteriellen Sepsis mit  septischem Schock.
Häufig mit Organdysfunktion verbunden.
Hohes Risiko für einen letalen Verlauf.

Durchführung

wochentags von 8:00-20:00 Uhr, Sa. u. So. 8.00-15:00 Uhr Routineparameter
Messung von Notfällen jederzeit möglich