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Hämostaseologie > Thrombozytenfunktionsscreening

Thrombozytenfunktionsscreening

Synonym
PFA, VZ (Verschlusszeit), Platelet Function Analyzer
Material
Citrat-Blut 1,8 ml
Methode
Messung der Verschlusszeit
Einheit
sek.
Referenzbereich

VZ (Verschlusszeit)
in der Kollagen-ADP-Kartusche                        68 bis 121 
in der Kollagen-Epinephrin-Kartusche               84 bis 160

Akkreditiert
Ja

Allgemeines

VZ (Verschlusszeit) in der Kollagen-ADP-Kartusche
VZ (Verschlusszeit) in der Kollagen-Epinephrin-Kartusche
Methodik: Antikoaguliertes Vollblut wird aus einem Reservoir der Einmal- Messzelle über eine Kapillare durch die Öffnung einer beschichteten Mebran angesaugt. Diese Membran ist mit Kollagen und Epinephrin bzw. Kollagen und ADP beschichtet. So wird der Prozess der Thrombozytenadhäsion und -aggregation, der nach einer Gefäßverletzung einsetzt, in vitro simuliert. Damit ist ein Screening der Thrombozytenfunktion bei hohen Scherkräften möglich. Die Zeit bis zum Verschluss dieser Öffnung wird gemessen und als Verschlusszeit in Sekunden angegeben. Die Thrombozytenadhäsion ist von der Thrombozytenfunktion und der Willebrand-Faktor Aktivität abhängig.

Literatur: M. Barthels. Das Gerinnungskompendium. Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York. 2. Auflage 2013, S. 474 ff

Indikation

Diagnostik bei Verdacht auf thrombozytäre Hämostasestörung durch Thrombozytopathie oder durch angeborenes oder erworbenes von Willebrand-Syndrom. Nachweis der Wirkung von ASS, ASS-haltigen Medikamenten und NSAID

Präanalytik

Spezialgefäß: Citratblut (BD Vacutainer 0,129 M gepuffertes Natriumcitrat entsprechend 3,8 %); alternativ kann die „Sarstedt-Monovette für PFA 100“ (Citratpuffer 3,8 % entsprechend 0,129 M) verwendet werden.
Abnahmebedingungen: Die Blutentnahme soll mit einer möglichst weitlumigen Kanüle erfolgen, für Erwachsene mindestens 21 G, entspricht 0,8 mm oder 20 G entspricht 0,9mm. (Diese Kanülen sind bei dem derzeit in der Charite und bei Vivantes verwendeten System grün bzw. gelb). Für Kinder können 23 G, entsprechend 0,6 mm-Kanülen verwendet werden. Die Stauung der Vene darf 1 Minute nicht überschreiten, nach Punktion der Vene soll die Stauung gelöst werden.
Das Mischungsverhältnis von 1 Teil Citrat zu 9 Teilen Blut muss korrekt eingehalten werden, deshalb Citratröhrchen immer bis zur Markierung füllen. Das  Entnahmeröhrchen muss sofort nach dem Abziehen von der Kanüle/dem Butterfly  vorsichtig durch 4-5-maliges Überkopfschwenken gemischt werden, dabei ist Schaumbildung zu vermeiden.
Das Gerinnungsröhrchen soll nicht zuerst abgenommen werden, idealerweise nach einem  Serumröhrchen ohne Zusatz. Vor allem bei Verwendung von Schlauchsystemen immer ein anderes Röhrchen vorher füllen (Volumen im Schlauch fehlt sonst im Citratröhrchen und kann zu einem falschen Mischungsverhältnis führen). 
Transport / Lagerung: Proben bei Zimmertemperatur umgehend in das Labor transportieren (innerhalb von 2 Stunden muss die Bearbeitung abgeschlossen sein).
Störfaktoren: Mikrogerinnsel durch Gerinnungsaktivierung bei traumatischer Blutentnahme (Freisetzung von Gewebsthromboplastin) oder unzureichendes Mischen. Bei Abnahme aus i.v.-Zugängen kommt es zu Verunreinigungen durch Blocken/Spülen mit Heparin oder Infusionslösungen. Deshalb mindestens 10 ml Blut verwerfen.

Lagerstabilität: Proben dürfen nicht gelagert werden

Bewertung

Verschlusszeiten oberhalb des Referenzbereichs sind möglich durch: einen pathologischen von-Willebrand-Faktor / angeborene oder erworbene Thrombozytopathie / einen abnormal niedrigen Hämatokrit (< 30%) oder eine abnormal niedrige Thrombozytenzahl (< 100/nl), dann  ist keine Aussage zu einer Thrombozytopathie möglich / bestimmte Fettsäuren und Lipide / bei ASS-Einnahme ist typischerweise nur die Kollagen-Epinephrin-Verschlusszeit verlängert.

Durchführung

wochentags von 8:00-20:00 Uhr, Sa. u. So. 8.00-15:00 Uhr Routineparameter, Messung von Notfällen jederzeit möglich