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Hämostaseologie > Reptilasezeit

Reptilasezeit

Synonym
Batroxobinzeit
Material
Citrat-Blut 3 ml
Methode
Kugelkoagulometrie
Einheit
sek
Referenzbereich

< 20

Akkreditiert
Ja

Allgemeines

Reptilase ist ein dem Thrombin ähnliches Schlangengift-Enzym, das allerdings nur das Fibrinopeptid A vom Fibrinogen abspaltet. Der FXIII wird jedoch nicht aktiviert, so dass ein leicht lösliches Fibrin entsteht. Die Dauer der Thrombin-unabhängigen Fibrinbildung (Fibrinpolymerisatsion) wird erfasst.      
Unter Heparin und direkten Thrombininhibitoren ist die Reptilasezeit normal.

Literatur: M. Barthels. Das Gerinnungskompendium. Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York. 2. Auflage 2013, S. 397 ff

Indikation

- Differenzierung einer verlängerten Thrombinzeit.
- Angeborener oder erworbener Fibrinogenmangel und Dysfibrinogenämie.
- Fibrinolysetherapie.
- Verdacht auf pathologische Inhibitoren (Immunglobuline wie Auto-Antikörper oder Paraproteine).
- Verdacht auf hohe Konzentrationen von Fibrin(ogen)spaltprodukten.
Zum Nachweis von Fibrinspaltprodukten sind die D-Dimere besser geeignet.

Präanalytik

Die Blutentnahme soll mit einer möglichst weitlumigen Kanüle erfolgen, für Erwachsene mindestens 21 G, entspricht 0,8 mm oder 20 G entspricht 0,9mm. (Diese Kanülen sind bei dem derzeit in der Charite und bei Vivantes verwendeten System grün bzw. gelb). Für Kinder können 23 G, entsprechend 0,6 mm-Kanülen verwendet werden. Die Stauung der Vene darf 1 Minute nicht überschreiten, nach Punktion der Vene soll die Stauung gelöst werden.
Das Mischungsverhältnis von 1 Teil Citrat zu 9 Teilen Blut muss korrekt eingehalten werden, deshalb Citratröhrchen immer bis zur Markierung füllen. Das  Entnahmeröhrchen muss sofort nach dem Abziehen von der Kanüle/dem Butterfly  vorsichtig durch 4-5-maliges Überkopfschwenken gemischt werden, dabei ist Schaumbildung zu vermeiden.
Das Gerinnungsröhrchen soll nicht zuerst abgenommen werden, idealerweise nach einem  Serumröhrchen ohne Zusatz. Vor allem bei Verwendung von Schlauchsystemen immer ein anderes Röhrchen vorher füllen (Volumen im Schlauch fehlt sonst im Citratröhrchen und kann zu einem falschen Mischungsverhältnis führen). 
Bei einem Hämatokrit > 0,55 l/l bitte präparierte Röhrchen im Labor anfordern, da hier die Citratmenge vermindert werden muss. (Nicht bei Neugeborenen!)

Lagerstabilität: Proben bei Zimmertemperatur umgehend in das Labor transportieren (spätestens innerhalb von 2 Stunden, die Bearbeitung muss im Allgemeinen innerhalb von  4 Stunden abgeschlossen sein), sonst Plasma 2x abzentrifugieren und einfrieren. Nicht im Kühlschrank lagern.

Störfaktoren: Mikrogerinnsel durch Gerinnungsaktivierung bei traumatischer Blutentnahme (Freisetzung von Gewebsthromboplastin) oder unzureichendes Mischen. Fibrinolyseaktivierung durch zu langes Stauen. Bei Abnahme aus i.v.-Zugängen kommt es zu Verunreinigungen durch Blocken/Spülen mit Heparin oder Infusionslösungen. Deshalb mindestens 10 ml Blut verwerfen.
Starke Hämolyse kann zu einer Verkürzung der Gerinnungszeiten führen.

Bewertung

Verlängerung :
- Angeborener oder erworbener Fibrinogenmangel und Dysfibrinogenämie.
- Leberzirrhose (Fibrinpolymerisationsstörungen).
- Fibrinolysetherapie.
- Pathologische Inhibitoren (Immunglobuline, also Auto-Antikörper oder Paraproteine).
- Hohe Konzentrationen von Fibrin(ogen)spaltprodukten.

Durchführung

wochentags von 8:00-16:00 Uhr, Routineparameter