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Hämostaseologie > Faktor VII

Faktor VII

Synonym
Prokonvertin
Material
Citrat-Blut 3 ml
Methode
Koagulometrie
Einheit
%
Referenzbereich

60-170
1 Tag: 52-88
M. Barthels. Das Gerinnungskompendium. Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York.;1. Auflage 2003
KInder: In Anlehnung an Monagle

Akkreditiert
Ja

Allgemeines

Faktor VII wird in der Leber Vitamin-K abhängig synthetisiert. Seine biologische Halbwertzeit beträgt etwa 2-5 Stunden. Die Aktivierung des FVII, der Teil des sogenannten exogenen Gerinnungsweges ist, erfolgt durch andere Serinproteasen und autokatalytisch. Der Komplex aus Faktor VIIa/TF hat proteolytische Aktivität, die ihn befähigt die Faktoren X und IX zu aktivieren.

Literatur:
A. Girolami et al., Congenital combined defects of factor VII: a critical review.
Acta Haematol. 117, 51 (2007)
B. Hoppe et al., Gene polymorphisms implicated in influencing susceptibility to venous and arterial thromboembolism: frequency distribution in a healthy German population.
Thromb Haemost. 96 , 465 (2006)
S. Lim et al., Life-threatening bleeding in a patient with a lupus inhibitor and probable acquired factor VII deficiency.
Blood Coagul Fibrinolysis. 17, 667 (2006)

Indikation

Bei pathologischer TPZ ( Quickwert ) mit unbekannter Ursache und aPTT im Referenzbereich, Verlaufskontrolle früher Leberfunktionsstörungen, Blutungsneigung in der Anamnese und/oder in der Familie, bei Infusion von rFVIIa

Präanalytik

Abnahmebedingungen:
Die Blutentnahme soll mit einer möglichst weitlumigen Kanüle erfolgen, für Erwachsene mindestens 21 G, entspricht 0,8 mm oder 20 G entspricht 0,9 mm. (Diese Kanülen sind bei dem derzeit in der Charite und bei Vivantes verwendeten System grün bzw. gelb). Für Kinder können 23 G, entsprechend 0,6 mm-Kanülen verwendet werden. Die Stauung der Vene darf 1 Minute nicht überschreiten, nach Punktion der Vene soll die Stauung gelöst werden.
Das Mischungsverhältnis von 1 Teil Citrat zu 9 Teilen Blut muss korrekt eingehalten werden, deshalb Citratröhrchen immer bis zur Markierung füllen. Das  Entnahmeröhrchen muss sofort nach dem Abziehen von der Kanüle/dem Butterfly  vorsichtig durch 4-5-maliges Überkopfschwenken gemischt werden, dabei ist Schaumbildung zu vermeiden.
Das Gerinnungsröhrchen soll nicht zuerst abgenommen werden, idealerweise nach einem  Serumröhrchen ohne Zusatz. Vor allem bei Verwendung von Schlauchsystemen immer ein anderes Röhrchen vorher füllen (Volumen im Schlauch fehlt sonst im Citratröhrchen und kann zu einem falschen Mischungsverhältnis führen).
Transport/Lagerung:
Proben bei Zimmertemperatur umgehend in das Labor transportieren (spätestens innerhalb von 2 Stunden, die Bearbeitung muss im Allgemeinen innerhalb von  4 Stunden abgeschlossen sein), sonst Plasma 2x abzentrifugieren und einfrieren. Nicht im Kühlschrank lagern.
Störfaktoren:
Mikrogerinnsel durch Gerinnungsaktivierung bei traumatischer Blutentnahme (Freisetzung von Gewebsthromboplastin) oder unzureichendes Mischen. Fibrinolyseaktivierung durch zu langes Stauen. Bei Abnahme aus i.v.-Zugängen kommt es zu Verunreinigungen durch Blocken/Spülen mit Heparin oder Infusionslösungen. Deshalb mindestens 10 ml Blut verwerfen.
Starke Hämolyse kann zu einer Verkürzung der Gerinnungszeiten führen.

Bei einem Hämatokrit > 0,55 l/l bitte präparierte Röhrchen im Labor anfordern, da hier die Citratmenge vermindert werden muss. (Nicht bei Neugeborenen!)

Bewertung

Verminderte Aktivität: Vitamin-K-Mangel, Leberparenchymschädigung, angeborener Mangel
Erhöhte Aktivität: Klinisch von untergeordneter Bedeutung.

Durchführung

wochentags von 8:00-16:00 Uhr, in dringenden Fällen auf Anforderung