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Hämostaseologie > Lupus Antikoagulanz

Lupus Antikoagulanz

Material
Citrat-Blut 3 ml
Methode
Koagulometrie
Einheit
Ratio
Referenzbereich

negativ
Ratio <1,2

Akkreditiert
Ja

Allgemeines

Lupusantikoagulanzien sind die häufigsten erworbenen Inhibitoren, sie sind mit arteriellen oder venösen Thrombosen und geburtshilflichen Komplikationen assoziiert.
Es handelt sich um Antikörper gegen Phospholipid-Protein-Komplexe, die die Kooperation der Gerinnungsfaktoren auf der Phopholipidoberfläche stören und so zu Verlängerung von Gerinnungszeiten in vitro führen.
Der dRVVT-Test besteht zunächst aus einem Screeningtest mit niedriger Phospholipid-Konzentration.  Liegt die Meßzeit im Screeningtest unterhalb des Grenzwertes, ist der Test negativ; ist sie verlängert, folgt  der Bestätigungstest mit  hoher Phospholipidkonzentration. Beide Meßzeiten werden auf einen Normalplasmapool bezogen und die beiden Ratios ins Verhältnis gesetzt (normalisierte Ratio).

Literatur:
Barthels, M.: Das Gerinnungskompendium; Thieme, 2013; S. 277 ff, S.771 ff.
Tripodi A.: Laboratory testing for lupus anticoagulants: a review of issues affecting results. Clin Chem. 2007 Sep;53(9):1629-35.

Indikation

Antiphospholipid-Antikörper-Syndrom
Thrombophilie-Diagnostik
Autoimmunkrankheiten
Abklärung rezidivierender Aborte
Abklärung einer verlängerten aPTT

Präanalytik

Abnahmebedingungen:
Die Blutentnahme soll mit einer möglichst weitlumigen Kanüle erfolgen, für Erwachsene mindestens 21 G, entspricht 0,8 mm oder 20 G entspricht 0,9mm. (Diese Kanülen sind bei dem derzeit in der Charite und bei Vivantes verwendeten System grün bzw. gelb). Für Kinder können 23 G, entsprechend 0,6 mm-Kanülen verwendet werden. Die Stauung der Vene darf 1 Minute nicht überschreiten, nach Punktion der Vene soll die Stauung gelöst werden.
Das Mischungsverhältnis von 1 Teil Citrat zu 9 Teilen Blut muss korrekt eingehalten werden, deshalb Citratröhrchen immer bis zur Markierung füllen. Das  Entnahmeröhrchen muss sofort nach dem Abziehen von der Kanüle/dem Butterfly  vorsichtig durch 4-5-maliges Überkopfschwenken gemischt werden, dabei ist Schaumbildung zu vermeiden.
Das Gerinnungsröhrchen soll nicht zuerst abgenommen werden, idealerweise nach einem  Serumröhrchen ohne Zusatz. Vor allem bei Verwendung von Schlauchsystemen immer ein anderes Röhrchen vorher füllen (Volumen im Schlauch fehlt sonst im Citratröhrchen und kann zu einem falschen Mischungsverhältnis führen). 
Transport/Lagerung:
Proben bei Zimmertemperatur umgehend in das Labor transportieren (spätestens innerhalb von 2 Stunden, die Bearbeitung muss im Allgemeinen innerhalb von  4 Stunden abgeschlossen sein), sonst Plasma 2x abzentrifugieren und einfrieren. Nicht im Kühlschrank lagern.
Störfaktoren:
Mikrogerinnsel durch Gerinnungsaktivierung bei traumatischer Blutentnahme (Freisetzung von Gewebsthromboplastin) oder unzureichendes Mischen. Fibrinolyseaktivierung durch zu langes Stauen. Bei Abnahme aus i.v.-Zugängen kommt es zu Verunreinigungen durch Blocken/Spülen mit Heparin oder Infusionslösungen. Deshalb mindestens 10 ml Blut verwerfen.
Starke Hämolyse kann zu einer Verkürzung der Gerinnungszeiten führen.

Bei einem Hämatokrit > 0,55 l/l bitte präparierte Röhrchen im Labor anfordern, da hier die Citratmenge vermindert werden muss. (Nicht bei Neugeborenen!)
Heparin in hohen Konzentrationen; neue orale Antikoagulanzien, Vitamin K-Antagonisten

Bewertung

Es werden die Gerinnungszeiten in verschiedenen Ansätzen mit unterschiedlichen Phospholipidkonzentrationen und in unterschiedlichen Verdünnungen des Patientenplasmas mit Normalplasma ermittelt und Quotienten aus den Ergebnissen gebildet. Dadurch wird eine Aussage über das Vorhandensein von Lupus-Antikoagulanz möglich. Zum sicheren Nachweis oder Ausschluss von LA ist eine Kontrolle nach ca. 3 - 6 Monaten erforderlich. Zusätzlich wird die immunologische Bestimmung von Phospholipid-Antikörpern, insbesondere Anti-Cardiolipin-AK empfohlen, sowie ggf. auch eine Kollagenosediagnostik.

Durchführung

wochentags von 8:00-16:00 Uhr, Routineparameter