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Hämostaseologie > Protein C

Protein C

Material
Citrat-Blut 3 ml
Methode
Koagulometrie
Einheit
%
Referenzbereich

70-130
1-30 Tage: 24-51
1-12 Monate: 28-124
1-5 Jahre: 50-134

Akkreditiert
Ja

Allgemeines

Protein C ist als Vitamin-K-abhängiges Protein das Proenzym des aktivierten Protein C (APC). APC ist ein zentraler Inhibitor des Gerinnungssystems, indem es die Thrombinbildung durch Inaktivierung der Faktoren Va und VIIIa drosselt. Zusätzlich steigert APC die fibrinolytische Aktivität und gehört zu den Regulatoren des Entzündungssytems. Ein angeborener Protein C Mangel ist ein anerkannter Risikofaktor für eine Thrombophilie.

Indikation

Anamnese mit  venösen und arteriellen Thromboembolien vor dem 50. Lebensjahr
familiäre, insbesondere jugendliche Thromboseneigung
wiederholte venöse Thrombosen
Thrombosen mit ungewöhnlicher Lokalisation
Thrombosen in der Schwangerschaft, im Wochenbett oder bei Einnahme von Ovulationshemmern
Purpura fulminans
Sepsis und DIC
Vor Beginn einer Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten
Verlaufskontrolle bei der Substitution mit Protein-C-Konzentrat

Präanalytik

Abnahmebedingungen:
Die Blutentnahme soll mit einer möglichst weitlumigen Kanüle erfolgen, für Erwachsene mindestens 21 G, entspricht 0,8 mm oder 20 G entspricht 0,9mm. (Diese Kanülen sind bei dem derzeit in der Charite und bei Vivantes verwendeten System grün bzw. gelb). Für Kinder können 23 G, entsprechend 0,6 mm-Kanülen verwendet werden. Die Stauung der Vene darf 1 Minute nicht überschreiten, nach Punktion der Vene soll die Stauung gelöst werden.
Das Mischungsverhältnis von 1 Teil Citrat zu 9 Teilen Blut muss korrekt eingehalten werden, deshalb Citratröhrchen immer bis zur Markierung füllen. Das  Entnahmeröhrchen muss sofort nach dem Abziehen von der Kanüle/dem Butterfly  vorsichtig durch 4-5-maliges Überkopfschwenken gemischt werden, dabei ist Schaumbildung zu vermeiden.
Das Gerinnungsröhrchen soll nicht zuerst abgenommen werden, idealerweise nach einem  Serumröhrchen ohne Zusatz. Vor allem bei Verwendung von Schlauchsystemen immer ein anderes Röhrchen vorher füllen (Volumen im Schlauch fehlt sonst im Citratröhrchen und kann zu einem falschen Mischungsverhältnis führen). 
Transport / Lagerung: Proben bei Zimmertemperatur umgehend in das Labor transportieren (spätestens innerhalb von 2 Stunden, die Bearbeitung muss im Allgemeinen innerhalb von  4 Stunden abgeschlossen sein), sonst Plasma 2x abzentrifugieren und einfrieren. Nicht im Kühlschrank lagern.

Störfaktoren:
Mikrogerinnsel durch Gerinnungsaktivierung bei traumatischer Blutentnahme (Freisetzung von Gewebsthromboplastin) oder unzureichendes Mischen. Fibrinolyseaktivierung durch zu langes Stauen. Bei Abnahme aus i.v.-Zugängen kommt es zu Verunreinigungen durch Blocken/Spülen mit Heparin oder Infusionslösungen. Deshalb mindestens 10 ml Blut verwerfen.
Starke Hämolyse kann zu einer Verkürzung der Gerinnungszeiten führen.
Bei einem Hämatokrit > 0,55 l/l bitte präparierte Röhrchen im Labor anfordern, da hier die Citratmenge vermindert werden muss. (Nicht bei Neugeborenen!)
Keine Interferenz durch Heparin bis zu 1,0 IU/ml.
Bei Faktor VIII–Aktivität > 250 % werden zu niedrige Protein C Aktivitäten gemessen.

Literatur:
Barthels, M.: Das Gerinnungskompendium; Thieme, 2013; S. 597 ff.

Bewertung

Erniedrigte Werte:
Kongenitaler Mangel, Lebererkrankung, Vitamin K-Mangel, Behandlung mit Vitamin K-Antagonisten, DIC, Sepsis, Gabe von Asparaginase
Erhöhte Werte:
bei Vorhandensein von Thrombininhibitoren (Dabigatran, Argatroban) möglich.

Durchführung

Montag - Freitag