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Hämostaseologie > Protein S

Protein S

Material
Citrat-Blut 3 ml
Methode
Koagulometrie
Einheit
%
Referenzbereich
männlich 80 - 140
weiblich 55 - 125
1 Tag 28 - 147
2 - 30 Tage 33 - 67
1 - 12 Monate 29 162

 

Akkreditiert
Ja

Allgemeines

Protein S, ein Vitamin K abhängiges Gerinnungsprotein, ist ein physiologischer Inhibitor der Gerinnung.

Literatur:
Barthels, M.: Das Gerinnungskompendium; Thieme, 2013; S. 608 ff.

Indikation

Anamnese mit  venösen und arteriellen Thromboembolien vor dem 40. Lebensjahr
familiäre, insbesondere jugendliche Thromboseneigung
wiederholte venöse Thrombosen
Thrombosen mit ungewöhnlicher Lokalisation
Thrombosen in der Schwangerschaft, im Wochenbett oder bei Einnahme von Ovulationshemmern
Purpura fulminans

Präanalytik

Abnahmebedingungen:
Die Blutentnahme soll mit einer möglichst weitlumigen Kanüle erfolgen, für Erwachsene mindestens 21 G, entspricht 0,8 mm oder 20 G entspricht 0,9mm. (Diese Kanülen sind bei dem derzeit in der Charite und bei Vivantes verwendeten System grün bzw. gelb). Für Kinder können 23 G, entsprechend 0,6 mm-Kanülen verwendet werden. Die Stauung der Vene darf 1 Minute nicht überschreiten, nach Punktion der Vene soll die Stauung gelöst werden.
Das Mischungsverhältnis von 1 Teil Citrat zu 9 Teilen Blut muss korrekt eingehalten werden, deshalb Citratröhrchen immer bis zur Markierung füllen. Das  Entnahmeröhrchen muss sofort nach dem Abziehen von der Kanüle/dem Butterfly  vorsichtig durch 4-5-maliges Überkopfschwenken gemischt werden, dabei ist Schaumbildung zu vermeiden.
Das Gerinnungsröhrchen soll nicht zuerst abgenommen werden, idealerweise nach einem  Serumröhrchen ohne Zusatz. Vor allem bei Verwendung von Schlauchsystemen immer ein anderes Röhrchen vorher füllen (Volumen im Schlauch fehlt sonst im Citratröhrchen und kann zu einem falschen Mischungsverhältnis führen). 
Transport/Lagerung:
Proben bei Zimmertemperatur umgehend in das Labor transportieren (spätestens innerhalb von 2 Stunden, die Bearbeitung muss im Allgemeinen innerhalb von  4 Stunden abgeschlossen sein), sonst Plasma 2x abzentrifugieren und einfrieren. Nicht im Kühlschrank lagern.
Störfaktoren:
Mikrogerinnsel durch Gerinnungsaktivierung bei traumatischer Blutentnahme (Freisetzung von Gewebsthromboplastin) oder unzureichendes Mischen. Fibrinolyseaktivierung durch zu langes Stauen. Bei Abnahme aus i.v.-Zugängen kommt es zu Verunreinigungen durch Blocken/Spülen mit Heparin oder Infusionslösungen. Deshalb mindestens 10 ml Blut verwerfen.
Starke Hämolyse kann zu einer Verkürzung der Gerinnungszeiten führen.
Keine Interferenz durch Faktor VIII–Aktivität bis 250 % und Heparin bis zu 1,0 IU/ml.
Keine in vitro Aufspaltung des C4b-BP-Protein-S-Komplexes.
Lupusantikoagulanz und Antiphospholipid-AK in der Probe können den Test stören.

Bei einem Hämatokrit > 0,55 l/l bitte präparierte Röhrchen im Labor anfordern, da hier die Citratmenge vermindert werden muss. (Nicht bei Neugeborenen!)

Bewertung

Erniedrigte Werte:
Kongenitaler Mangel
Entzündungen (Anstieg des gebundenen Protein S bei gleichzeitigem Abfall der freien und funktionellen Protein S Spiegel)
Lebererkrankung
Vitamin K-Mangel, Behandlung mit Vitamin K-Antagonisten 
Schwangerschaft, Einnahme oraler Kontrazeptiva 
Gabe von Asparaginase
Erhöhte Werte:
bei Vorhandensein von Thrombininhibitoren (Dabigatran, Argatroban) möglich.

Durchführung

wochentags von 8:00-16:00 Uhr, Routineparameter