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Hämostaseologie > Plasminogen

Plasminogen

Material
Citrat-Blut 3 ml
Methode
Photometrie (chromogenes Substrat)
Einheit
%
Referenzbereich

80- 120%

Akkreditiert
Ja

Allgemeines

Plasminogen ist das Proenzym der Serinprotease Plasmin, die intra- und extravaskulär fibrinolytisch wirkt. Eine ausreichende Plasminogenkonzentration ist daher Voraussetzung für eine ausreichende Rekanalisation verschlossener Gefäße. Die Bedeutung eines Plasminogenmangels als Thromboserisiko ist jedoch umstritten.

Literatur:
Barthels, M.: Das Gerinnungskompendium; Thieme, 2013; S. 622 ff.

Indikation

Beurteilung des fibrinolytischen Potentials
Beginn einer fibrinolytischen Therapie
Therapiekontrolle bei Plasminogensubstitution

Präanalytik

Abnahmebedingungen:
Die Blutentnahme soll mit einer möglichst weitlumigen Kanüle erfolgen, für Erwachsene mindestens 21 G, entspricht 0,8 mm oder 20 G entspricht 0,9mm. (Diese Kanülen sind bei dem derzeit in der Charite und bei Vivantes verwendeten System grün bzw. gelb). Für Kinder können 23 G, entsprechend 0,6 mm-Kanülen verwendet werden. Die Stauung der Vene darf 1 Minute nicht überschreiten, nach Punktion der Vene soll die Stauung gelöst werden.
Das Mischungsverhältnis von 1 Teil Citrat zu 9 Teilen Blut muss korrekt eingehalten werden, deshalb Citratröhrchen immer bis zur Markierung füllen. Das  Entnahmeröhrchen muss sofort nach dem Abziehen von der Kanüle/dem Butterfly  vorsichtig durch 4-5-maliges Überkopfschwenken gemischt werden, dabei ist Schaumbildung zu vermeiden.
Das Gerinnungsröhrchen soll nicht zuerst abgenommen werden, idealerweise nach einem  Serumröhrchen ohne Zusatz. Vor allem bei Verwendung von Schlauchsystemen immer ein anderes Röhrchen vorher füllen (Volumen im Schlauch fehlt sonst im Citratröhrchen und kann zu einem falschen Mischungsverhältnis führen). 
Transport/Lagerung:
Proben bei Zimmertemperatur umgehend in das Labor transportieren (spätestens innerhalb von 2 Stunden, die Bearbeitung muss im Allgemeinen innerhalb von  4 Stunden abgeschlossen sein), sonst Plasma 2x abzentrifugieren und einfrieren. Nicht im Kühlschrank lagern.
Störfaktoren:
Mikrogerinnsel durch Gerinnungsaktivierung bei traumatischer Blutentnahme (Freisetzung von Gewebsthromboplastin) oder unzureichendes Mischen. Fibrinolyseaktivierung durch zu langes Stauen. Bei Abnahme aus i.v.-Zugängen kommt es zu Verunreinigungen durch Blocken/Spülen mit Heparin oder Infusionslösungen. Deshalb mindestens 10 ml Blut verwerfen.
Starke Hämolyse kann zu einer Verkürzung der Gerinnungszeiten führen.
Aprotinin und t-PA in der Probe führen zu erniedrigten Werten.

Bei einem Hämatokrit > 0,55 l/l bitte präparierte Röhrchen im Labor anfordern, da hier die Citratmenge vermindert werden muss. (Nicht bei Neugeborenen!)

Bewertung

Erniedrigte Plasminogenkonzentration:
Kongenitaler Mangel, Dysplasminogenämie, Fibrinolytische Therapie, Endogene Hyperfibrinolyse, Verbrauchskoagulopathie, Lebererkrankungen, Größere, operative Eingriffe

Erhöhte Plasminogenkonzentration:
Entzündungen

Durchführung

wochentags von 8:00-16:00 Uhr, Routineparameter